Tee

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Beitragvon Sleipnir » 06.01.2006, 19:07

Um mal wieder eine Frage in diesem Forum aufzuwerfen - wie schaut es mit Tee im Mittelalter aus. Hat man getrocknete Kräuter nur zu Heilzwecken aufgebrüht und angewandt oder dienten damals schon Kräuter und Früchte "nur" als wärmende Durstlöscher?
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Beitragvon Lis » 07.01.2006, 10:33

Hallo Sleipnir,

Die gute Hildegard von Bingen empfiehlt den regelmäßigen "Genuß" von Fenchel- oder auch Hagebuttentee. Auch Apfelschalentee sei i.O.
Bei anderen Tees aus heimischen Kräutern und Früchten ist es eben so, daß es sich um Tees mit medizinischer Wirkung handelt, weshalb sie nur im Krankheitsfall oder im Rahmen einer Kur verwendet werden sollten. (Ja, auch Früchte! getrocknete Heidelbeere z.B. wirkt auf die Verdauung..) Ob Hildegards Zeitgenossen das allerdings auch wußten/befolgten, sei mal dahingestellt.
Und unsere reinen Genußtees wie Schwarz-, Grün- oder Rotbuschtee scheiden ja leider eh aus...

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Beitragvon Flinkhand » 07.01.2006, 10:54

Vielleicht wäre hier grundsätzlich mal die Unterscheidung zwischen Tee und Aufguß angebracht, denn leidlicherweise macht man in der deutschen Sprache ja keinen Unterschied zwischen Tee aus Teeblättern und dem sog. Tee, der alles andere als Teeblätter enthält (Pfefferminz"tee", Kamillen"tee" etc.).

Im Französischen unterscheidet man dies sprachlich ganz hervorragend. Da ist nämlich alles, was Aufguß ohne Teeblätter ist eine "infusion" (also ein Aufguß), während ausschließlich der Aufguß auf Teeblätter wirklich Tee (thé) heißt.

Und wenn man im Mittelalter nach "Aufguß" sucht, wird mal wohl eher etwas finden, denke ich. Denn dann reden wir ja "nur noch" von der Verwendung von Kräutern, die in heißem Wasser ziehen und dann getrunken werden - aus welchen Gründen auch immer. Das fällt dann vielleicht in die Kategorie Heilmittel oder Hexengebräu, oder hat schon mal jemand was von dem Servieren von Kräutertränken z.B. zu den Mahlzeiten gehört oder gelesen?

Viele liebe Grüße,
Claudia,
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Beitragvon Lis » 07.10.2006, 13:12

Habt ihr eine gute Idee, wie man Teebeutel im Lager vermeiden kann? Klar, loser Tee (oder sonstiges Zeug für einen Aufguss ;-) ) - aber wie filtrier ich das dann? Loses Leinengewebe ist mir irgendwie etwas zuviel "Gesabber".

Ups, gehört das eher in die "Schauküche"? :blush:
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Beitragvon Silvia » 09.10.2006, 07:46

Ach wo Du doch schon mal hier bist...

Machs doch wie meine Oma,lose in die Tasse und dann nicht ganz austrinken.Oder im Tpf aufsetzen und den Kram abschöpfen oder rausangeln,wenn man davon ausgeht das Du zB einen Zweig Minze benutzt der lässt sich doch wieder rausfischen.Gleichzeitig weisst Du dann auch ob der Tee die richtige Temperatur hat. :kaffetrinker:
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Beitragvon wurm » 09.10.2006, 09:31

... und in der Nadelbindefraktion macht dir bestimmt jemand ein sogenanntes "Milchsieb": Womit man Milch sieben kann, kann man auch Tee sieben, denke ich mir. Dann kann man mit Nadelbindung endlich mal was sinnvolles zeigen.
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Beitragvon Xia » 09.10.2006, 09:46

Hallo,

ich habe ein Täschchen aus Ikea-Leinen genäht mit einem Bändel dran. Funktioniert wunderbar und Ikea-Leinen hat den optimalen Webabstand der einzelnen Fäden zu, Tee sieben.

Der Nachteil vom Milchsieb ist halt immer noch - Du hast Haare in deinem Tee und Du hast viel zu grosse Löcher in einem genadelten Sieb, Du hast immer einen riesen Teesatz im Becher :-(

Liebe Grüsse, Xia
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Beitragvon Rigana » 09.10.2006, 11:44

Wenn man ein Leinen"milch"sieb nadelt, dürfte es gehen. Allerdings geht die Daumenfangmethode bei dem dünnen Leinen nicht mehr. Man muss freihand nadeln. Bei sowas Überschaubarem wie einem Teesieb dürfte das aber nicht so wild sein.

Das mit dem Ikea-Leinen finde ich aber auch nicht schlecht... und schneller :biggrin:

Liebe Grüße,
Rigana
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Beitragvon Beate » 09.10.2006, 11:56

Rigana hat geschrieben:Wenn man ein Leinen"milch"sieb nadelt, dürfte es gehen. Allerdings geht die Daumenfangmethode bei dem dünnen Leinen nicht mehr. Man muss freihand nadeln. Bei sowas Überschaubarem wie einem Teesieb dürfte das aber nicht so wild sein.



Danke für die Anregung zu meinem nächsten Projekt. :biggrin:
Ich kann eh nur freihändig nadelen, Daumenfangmethode ist mir zu kompliziert. ;-)
Beate
 

Beitragvon Hîdril » 10.10.2006, 14:07

Und ich weiß jetzt endlich, was ich mit meinen Ikea-Leinen-Resten machen kann.

Die sind auch fürs Larp wunderbar zu verwenden und voll "a"(mbientig) :devil:
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