Bodenbelag im Zelt

Alles rund um das Nähen und den Bau von Zelten findest du hier.

Moderator: Moderatoren

Beitragvon Lady Ravenheart » 04.08.2010, 09:40

Liekendeelerdeern

Wir haben ein achteckiges Hochmittelalterzelt und haben uns dafür eine alte, textiele Bierzeltplane gekauft. Diese werden wir zuschneiden mit einer großzügigen "Nahtzugabe" und an den Stellen wo die Pfosten sind Ösen rein schlagen immer zwei Stück pro Pfosten. Dann werden wir die überschüssige Plane nach innen klappen und sie an den Pfosten mit ein wenig Seil verbinden. Freunde von uns haben es auch so gemacht und bisher immer trockene Füße gehabt.

Wie sich das bei einem Wikingerzelt verhält muss man probieren. Die meisten Wikinger die ich kenne haben aber einen Bretterboden im Zelt, wenn es offen gelassen wird. Oder Europaletten, wenn es nicht zum anschauen für die Besucher gedacht ist.

Als keine Ergänzung zu Bodenbelag möchte ich sagen das wir in unserem Schauzelt ein Kuhfell haben, das zum größten Teil unter dem Bett verschwindet und im Eingangsbereich ein großes Wildschweinfell und Hirschfelle. Wenn es Fehlgerbungen sind dann sind sehr unempfindlich, günstig und für den Boden gerade gut genug.

Damit hatten wir bisher auch ohne die neue Plane kein Problem. Vor allem auf Märkten bei denen kein Stroh verteilt wird.
Benutzeravatar
Lady Ravenheart
Magd / Knecht
Magd / Knecht
 
Beiträge: 26
Registriert: 14.03.2010, 19:04
Wohnort: München

Beitragvon Liekendeelerdeern » 04.08.2010, 15:11

Lady Ravenheart hat geschrieben:Liekendeelerdeern

Wir haben ein achteckiges Hochmittelalterzelt und haben uns dafür eine alte, textiele Bierzeltplane gekauft. Diese werden wir zuschneiden mit einer großzügigen "Nahtzugabe" und an den Stellen wo die Pfosten sind Ösen rein schlagen immer zwei Stück pro Pfosten. Dann werden wir die überschüssige Plane nach innen klappen und sie an den Pfosten mit ein wenig Seil verbinden. Freunde von uns haben es auch so gemacht und bisher immer trockene Füße gehabt.

Wie sich das bei einem Wikingerzelt verhält muss man probieren. Die meisten Wikinger die ich kenne haben aber einen Bretterboden im Zelt, wenn es offen gelassen wird. Oder Europaletten, wenn es nicht zum anschauen für die Besucher gedacht ist.

Als keine Ergänzung zu Bodenbelag möchte ich sagen das wir in unserem Schauzelt ein Kuhfell haben, das zum größten Teil unter dem Bett verschwindet und im Eingangsbereich ein großes Wildschweinfell und Hirschfelle. Wenn es Fehlgerbungen sind dann sind sehr unempfindlich, günstig und für den Boden gerade gut genug.

Damit hatten wir bisher auch ohne die neue Plane kein Problem. Vor allem auf Märkten bei denen kein Stroh verteilt wird.


... und genau da liegt mein "Transportproblem², denn ich habe nur einen solchen kleinen "Besen" mit Dachgepackträger fürs Gestänge zur Verfügung der mich nächstes Jahr auf die Veranstaltungen bringen soll.
Also ist die EU-Palettenlösung gewichtstechnisch nicht machbar und ich muß irgendwie mit der Planenlösung arbeiten, wofür ich halt noch Ideen suche.
Always in Service to the Dream

Kalina von Liubice (Katie)
Benutzeravatar
Liekendeelerdeern
Gräfin / Graf
Gräfin / Graf
 
Beiträge: 707
Registriert: 03.07.2008, 08:20
Wohnort: Ratzeburg / Schleswig-Holstein

Beitragvon Sleipnir » 08.08.2010, 06:23

Die Plane, die Tjorven erwähnte, ist in meinem Zelt eingenäht. Der Planenrand ist mit dem unteren Zeltrand vest und umlaufend vernäht, er hat deshalb auch keine Höhe, da er bündig anschließt. Am Zelteingang ist die Plane etwas länger, so daß ich sie ein wenig am unteren Brett des Gestäges hochschlagen kann. Wichtig ist bei dieser Konstruktion, das das Zelt hinterher sehr steif in sich verspannt sein wird. D.h. da ist nichts zum Schnüren und nachspannen. Die Maße der fertig eingenähten Plane und die genauen Abmessungen des Zeltgestänges bestimmen die Steifigkeit des Zeltaufbaues. Du hast dann später keine Möglichkeit, irgendwo nachzuspannen oder ähnliches. Das brauchst du aber in der Regel auch nicht, den wenn das Zelt einmal steht, dan steht es. Es rollt dir dann eher davon, als dass sich irgendwas lockert. D.h. wenn bei nem steifen Nordwest mit WS 10 alle anderen ihre Häringe etc. nachziehen, kannst Du dich mit ner Tasse Tee tiefenentspant in Dein Zelt setzen und dir das Treiben angucken.
Nachteil an der Konstruktion ist die Tatsache, das du das Zelt nicht an der Seite aufklappen kannst, wie es viele Wiki-Händler gerne tun. Auch kannst Du kein Feuer im Zelt machen oder ähliches. Ansonsten schwöre ich auf meine LKW-Plane, mit zwei großen Kühen drauf ist von der Plane auch nichts mehr zu sehen.

LG, Sleip
"Die Nacht bricht an und meine Wache beginnt. Sie wird erst mit meinem Tod enden. Ich bin das Schwert in der Dunkelheit.Ich weihe mein Leben und meine Ehre der Nachtwache, für diese Nacht und allen Nächte, die kommen werden."
Benutzeravatar
Sleipnir
Gräfin / Graf
Gräfin / Graf
 
Beiträge: 706
Registriert: 24.12.2005, 10:47
Wohnort: Irgendwo im Harz

Beitragvon Gladwyn » 14.07.2012, 09:21

wir haben eine stinknormale gewebeplane untendrunter. da wo die strohbetten sind ist die ja schon abgedeckt. für die restliche großfläche haben wir ein elchfell und die kleinen ecken und nicht-a-sachen haben wir kleinere felle der unterschiedlichsten tiere. die sind zwar leider nicht hinstorisch, dafür aber schön warm. und wenn die leute fragen dann sagen wir immer tschnernobyl-schaf oder so :biggrin:
Benutzeravatar
Gladwyn
Dame / Ritter
Dame / Ritter
 
Beiträge: 241
Registriert: 18.11.2007, 12:50
Wohnort: Niederaula

Beitragvon Frettchenmutti » 08.11.2012, 11:39

Sööö weis jetzt nicht wie lange dieses Thema nicht mehr diskutiert wurde aber ich möchte auch mal meinen Senf dazu geben ;-)

Ich möchte mir ja auch nächstes Jahr ein eigenes Zelt kaufen das auch für Besucher einsehbar sein soll, in dem ich aber auch mit Sack und Pack schlafen werde.

Um die Frage nach dem großen "A" nochmal auf zu greifen... ich glaube es hat hier schonmal jemand erwähnt dass das Lagern mit Zelt immer ohnehin schon ein Kompromiss für alle Darstellungen ist weil die meisten Menschen von damals ob Arm oder Reich ohnehin sesshaft waren und viele gar keinen Grund bzw das Geld hatten ein Zelt zu besitzen.

Ich gehöre dann lieber zu denjenigen die es dann im Zelt "ambientisch" haben, bevor ich mich damit gräme das ich eh nicht "Authentisch" sein kann, und mein Zelt daher nur als Endlager und schlafplatz mit modernem Krempel nutze :undecided:

Daher werd ich mir wohl Bast/Schilf/Weiden-matten besorgen und einfach Kuhfelle drüber legen... die Felle liegen dann nicht "direkt" im Regen sind dann aber trotzdem schön warm unter den Füßen :wacky: . Diese Kombi kommt dann unter alle Möbel, einschließlich mein Lager (Matte->Kuhfell->Strohmatratze->Fellteppich->Schaffelle... und fertig ist das trockene Kuschelbett :) ) vielleicht ist das nicht das große "A" aber ich finde dann begnügt man sich eher mit dem kleinen "a" als wenn man 1stens ungemütlich schläft und 2tens morgens aufwacht in einem Gewühl aus Schlafsäcken, Mülltüten und deiner Ausrüstung :biggrin:
Was kümmert mich das Hügelgrab solang´ich Bier im Kübel hab!!!
(Archäologen Spruch :-) )

Lasset uns Gedöns kredenzen!

Mein neuer Blog jaaaaay:
http://tueddeln-as-de-wikingfru.blogspot.de/
Benutzeravatar
Frettchenmutti
Freifrau / Freiherr
Freifrau / Freiherr
 
Beiträge: 350
Registriert: 19.03.2012, 10:58
Wohnort: Hamburg

Beitragvon Hîdril » 09.11.2012, 09:54

Och, auch Schlafsack und Isomatte kann man sehr ambientig bis fast A tarnen. Ich glaube, ich habs hier irgendwo schon mal geschrieben: Ich habe für unsere Isomatten (die guten dicken aus dem Outdoor-Laden) so Rheumaunterbetten. Die haben oben echtes Schafsfell drauf, nur unten sind sie modern, nämlich mit einem Baumwollrand, der wie ein Spannbettlaken genäht ist. Und morgens werden die Schlafsäcke am Kopfende zusammengerollt und mit einer Decke oder einem Fell abgedeckt. Dann kann jeder ins Zelt gucken und es nichts modernes zu sehen. Hat außerdem den Vorteil, man kann dann auf den Matten noch schönes Schau-Schlafen machen :devil:
Unter allem liegt eine Gewebeplane, die an den sichtbaren Stellen mit Flokatiteppichen abgedeckt ist. Da meine Darstellung die einer Händlersfrau aus Haithabu ist, kann ich die mit ruhigem Gewissen benutzen, denn in Haithabu sind Flokatiähnliche Stoffstücke gefunden worden. Ob die allerdings als Teppiche dienten oder eher als Mantel, ist nicht bekannt. Flokati hat den Vorteil, dass man ihn gut in der Waschmaschine waschen kann, falls es mal wieder so eine schöne Schlamm-Schlacht-Veranstaltung ist.
Benutzeravatar
Hîdril
Purpurträger/Purpurträgerin
 
Beiträge: 2201
Registriert: 25.12.2005, 20:53
Wohnort: Buxtehude bei Hamburg

Beitragvon Frettchenmutti » 09.11.2012, 11:58

Ja meine Mutter macht das mit ihrem Zelt auch so dass sie ne Stinknormale Plane im Zelt hat und sie einfach mit Fellen abgedeckt hat.

Da ich aber auch ein Stück Gras im Zelt ganz schön finde wollte ich dann lieber nur mein Bett und meine Truhen mit ner trockenen Unterlage versehen.

Und genau das meine ich... als ich mir so die Beiträge angesehen habe hab ich festgestellt dass da viele sind die dann lieber ihr Zelt nur als Lagerplatz/Schlafplatz mit modernem Krempel benutzen weil sie eh nicht authentisch sein können, und das finde ich irgendwie schade :undecided: deswegen find ich es viel besser, so wie du zum beispiel Moderne sachen einfach zu tarnen, bzw alternativen zu finden die es vielleicht nicht genauso gab aber wenigstens stylistisch passen.

Ach ich find das grad so toll dass ich dich als Info-Quelle hab Hîldril :biggrin: ich hab nämlich auch 2 große Flokatis von Ikea. Den einen benutze ich als Matratze, und den anderen in ganz kalten Nächten zum zudecken. Jetzt weis ich wenigstens dass es Flokatis in Haithabu schon gab, wofür auch immer.

So ein Rheumaunterbett wäre für meine Mutter auch mal ne überlegung wert :gruebel:

Ich hab ja extra für mein späteres Zelt auch einen Frettchenkäfig gebaut (sieht man auf meinem Bild ne kleine Ecke mit meinem Stinker Odin drauf ;-) ) Bin überzeugt davon dass es solche Käfige/Truhen bei den Wikingern nicht gab aber es sieht einfach schöner aus als so ein oller Käfig aus dem Zoogeschäft :wacky: . Auch hier lieber schuldspruch zum kleinen "a" :blush: :devil:
Was kümmert mich das Hügelgrab solang´ich Bier im Kübel hab!!!
(Archäologen Spruch :-) )

Lasset uns Gedöns kredenzen!

Mein neuer Blog jaaaaay:
http://tueddeln-as-de-wikingfru.blogspot.de/
Benutzeravatar
Frettchenmutti
Freifrau / Freiherr
Freifrau / Freiherr
 
Beiträge: 350
Registriert: 19.03.2012, 10:58
Wohnort: Hamburg

Beitragvon Hîdril » 09.11.2012, 12:26

Bin halt schon eine Weile in diesem Hobby und findes es immer schön, wenn Neulinge sich gleich dem A-Anspruch verschreiben, als erst mal "irgendwie a" machen, wobei das A dann meist eher ambientig als authentisch heißt. Und außerdem muss ja nicht jeder Newbie die Fehler machen, die die Alten schon gemacht haben. Man kann ja davor warnen. Dann könnt ihr eure eigenen, neuen Fehler machen. :devil: ;-)
Benutzeravatar
Hîdril
Purpurträger/Purpurträgerin
 
Beiträge: 2201
Registriert: 25.12.2005, 20:53
Wohnort: Buxtehude bei Hamburg

Beitragvon Draca » 09.11.2012, 12:40

in Haithabu sind Flokatiähnliche Stoffstücke gefunden worden. Ob die allerdings als Teppiche dienten oder eher als Mantel, ist nicht bekannt


Wir hatten es hier im Forum schon mal von diesen Stoff-Fragmenten mit langem Flor. Es hat vor ca. einem Jahr einen Artikel im Journal of Spinners, Weavers & Dyers gegeben, in dem genau diese Stücke beschrieben worden sind. Da werden sie als Wetterschutz, quasi als Regenmantel interpretiert.

Witzigerweise tauchen diese Decken mit eingeknüpftem Flor im 19. Jhd. in den USA wieder als "Schwedische Schlittendecken" auf, obwohl es aus Schweden selber angeblich keine Funde davon geben soll. Aber Haithabu kann von den USA aus ja schon mal mit Schweden verwechselt werden. ;-) ;-)
Ich benutze die Waffen der Frau: spitze Zunge, scharfen Verstand und für Härtefälle ein solides Webschwert.
Draca
Dame / Ritter
Dame / Ritter
 
Beiträge: 172
Registriert: 12.03.2010, 17:54
Wohnort: Unterfranken

Beitragvon Hîdril » 09.11.2012, 16:10

Draca hat geschrieben:Wir hatten es hier im Forum schon mal von diesen Stoff-Fragmenten mit langem Flor. Es hat vor ca. einem Jahr einen Artikel im Journal of Spinners, Weavers & Dyers gegeben, in dem genau diese Stücke beschrieben worden sind. Da werden sie als Wetterschutz, quasi als Regenmantel interpretiert.

Ich denke auch, die werden eher als Regenmantel denn als Bodenbelag gedient haben. Das man Textilien auf den Boden legte, dürfte sicherlich erst sehr viel später aufgekommen sein.

Draca hat geschrieben: Aber Haithabu kann von den USA aus ja schon mal mit Schweden verwechselt werden. ;-) ;-)


Stimmt ;-) Aber nicht nur die USA verwechseln da was. Bekannt aus Bayern betiteln uns auch immer als "Südschweden".
Benutzeravatar
Hîdril
Purpurträger/Purpurträgerin
 
Beiträge: 2201
Registriert: 25.12.2005, 20:53
Wohnort: Buxtehude bei Hamburg

VorherigeNächste

Zurück zu Zeltbau

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast