Zeltgestänge imprägnieren

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Zeltgestänge imprägnieren

Beitragvon Kara » 29.03.2009, 07:21

Sven für Kara:

Kara baut gerade ein Zelt um, dass sie geschenkt bekommen hat. Momentan ist das Gestänge dran und sie möchte Fragen, mit was ihr die Stangen imprägniert, bzw. wie ihr die Stangen vor dem Aufweichen schützt, wenn es z.B. 5 Tage in Regenwetter mit Matsch stehen muss.

Sie möchte die Zeltstangen eh dunkler haben, gibts von Euch einen Tipp, was sie am besten nehmen soll?

Vielen Dank
greetings Kara


Fehler sind wie Berge, man steht auf dem Gipfel seiner eigenen und redet über die der anderen. Hausa

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Beitragvon Dvergr » 29.03.2009, 08:56

Die Zeltstangen ansich sollten ja eigentlich im trockenen stehen, oder? :gruebel:

Naja, ich würds mit Leinöl probieren.
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Beitragvon Gladwyn » 29.03.2009, 09:47

Moin
wir haben uns im baumarkt stinknormales imprägnierungszeug für holz geholt. ich weiß aber nicht mehr wie das hiess :gruebel: hilft auf jeden fall gegen schimmel und holzwurmbefall.
allerdings sollten zeltstangen schon IM zelt stehen, da werden sie eher nicht so nass. :biggrin:
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Beitragvon Osric » 29.03.2009, 11:03

Bin da auch für Hartöl, hab welches von http://www.kreidezeit.de/Frameset/index.htm und benutz das für fast alles aus Holz.
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Beitragvon Elmar » 29.03.2009, 11:45

DD-Bootslack, dann bist du auf der sicheren Seite.
Für meine Wippdrehbank, die eine ganze Saison im Museumsinnenhof gestanden hat wäre mir das billigste Leinöl schon zu schade. Wozu auch behandeln?
Ich bin aber total unsicher was so die Gepflogenheiten der Szene betrifft. Alles soll "historisch" erscheinen. Aber in den hier so oft erwähnten Baumärkten gibt es absolut nichts was man annähernd verwenden kann.

Mut zur Patina

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schönen Gruß
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Beitragvon Hallveig » 30.03.2009, 06:04

Lack, Lasur, etc. käme mir nicht auf das Holz.

Ich nehme Leinöl (5l-Kanister ca. 20 Euro, Ebay oder Reiter-Geschäft, für EIN Zelt dürften aber zwei Liter langen, ca.9,90).
Mit einem großen Quast sättige ich das Holz alle zwei Jahre.

Das Gestänge ist ganzjährig draußen und es ist in Ordnung.

Mit "Mut zur Patina" hat das nicht viel zu tun, das Holz muss geschmeidig bleiben. Wird es spröde, bricht es schneller. Das kann niemand wirklich gut Samstags Nachts auf Lager gebrauchen.

@Sven/Kara: es geht auch nicht vorrangig darum, das Holz vor Nässe zu schützen, sondern vor dem Austrocknen :-)

Thema "historisch erscheinen": z.B. die A-Wikizelte sind eh Quatsch. Die Form ist einem Aufbau auf einem Bootsgrab nachempfunden. Es ist eben nicht nachgewiesen, dass man zur Wikizeit massenhaft Zeltgestänge mit sich herum geschleppt hat. Wenn man also schon diesen Kompromiss eingeht, um einen geschützten Schlafplatz zu haben, dann wäre es schade, wenn das Gestänge nach kurzer Zeit bricht.

Gruß, Michaela
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Beitragvon Cerid » 30.03.2009, 07:10

Das macht mich jetzt nachdenklich... ich bin nie auf die Idee gekommen, daß ich mein Zeltgestell irgendwie imprägnieren könnte. Bin jetzt seit fünf Jahren mit dem Zelt unterwegs und hab eigentlich nie Probleme gehabt.
Gut, drei Stangen hab ich letztes Jahr ersetzen müssen.. aber das hab ich eigentlich eher einem Konstruktionsfehler zugeschrieben. Das Holz war da gespalten mit der Zeit, wo ich die Keile eingeschlagen habe. Ich denke nicht, daß das mit Imprägnierung anders geweden wäre. Oder?
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Beitragvon Hallveig » 30.03.2009, 07:42

Cerid hat geschrieben:Gut, drei Stangen hab ich letztes Jahr ersetzen müssen.. aber das hab ich eigentlich eher einem Konstruktionsfehler zugeschrieben. Das Holz war da gespalten mit der Zeit, wo ich die Keile eingeschlagen habe. Ich denke nicht, daß das mit Imprägnierung anders geweden wäre. Oder?


Hm... ich kenne ja Dein Zelt nicht, ist also schwerlich zu sagen.
Aber generell braucht Holz Pflege, es kann sich ja so nicht mehr "selbst versorgen" und trocknet aus bzw. wird porös.

Vielleicht sollte man es auch anders benennen:
"Imprägnierung" verstehen Viele als chemische "Wetterschutzlasur" oder als Schutz vor Nässe.

"Pflege und Schutz vor Austrocknung" träfe es wohl besser :-)
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Beitragvon Pilz » 30.03.2009, 09:22

Sorry Hallveig,
aber da muß ich dir widersprechen. Was ist schlimm daran, wenn Holz trocken wird? Ich hab bei mir zuhause Schränke, Tische, und Stühle aus Holz und die sind alle ganz trocken und ich kann sie trotzdem noch benutzen. ;-) :biggrin:

Zuerst stellt sich einmal die Frage, um welches Holz es denn geht. Ist es z.B. Eiche, so braucht diese nun wirklich keinen Schutz vor irgendwas. Einzigst, die Eiche wird im Laufe der Jahre grau.
Und eine Austrocknung wirst du nur haben, wenn das Holz 90% der Zeit in einem geheizten Raum gelagert wird. Das passiert dir aber genauso, wenn du es lasiert hast. Pappst du das Holz so dermassen zu, daß tatsächlich keine Feuchtigkeit mehr austreten kann, ist es tot. Das ist das schlimmste, was man dem Holz antun kann. Holz muss atmen können. Ich kann mir aber nicht vorstellen, daß das Holz in einem geheizten Raum gelagert wird.
Bei empfindlichen Hölzern, wie z.B Fichte / Tanne, ist es schon korrekt es vor Feuchtigkeit und Nässe zu schützen. Auch ich benutze dazu Leinöl und habe bisher nur gute Erfahrungen gemacht. Besonders anfällig sind dabei die Stirnseiten des Holzes, da hier Wasser sehr tief einziehen kann. Dem kann man entgegenwirken, indem man die Stirnseiten für ein paar Stunden im Leinöl stehen lässt, damit diese sich gut vollsaugen.
Ansonsten wird alles nicht so heiß gegessen, wie es gekocht wird. Soll heißen, daß ein Schutz nicht verkehrt ist, aber wenn das Holz nicht der direkten Witterung ausgesetzt ist, oder z.B. im Wasser steht, es auch ohne Schutz schon eine ganze Weile "überleben" kann.
Bei resistenten Hölzern halte ich es genau wie Elmar: "Mut zur Patina".

Grüße
Stefan

[edit]Ich will es noch mal ein wenig konkretisieren, da es oben unter Umständen nicht ganz verständlich ist.
Eine Imprägnierung des Holzes dient dazu, den Feuchtigkeitshaushalt des Holzes zu unterstützen (verlangsamte Abgabe und Annahme) und es vor direktem Wasser zu schützen, da bei anschließendem zu schnellem Verlust der Feuchtigkeit, es z.B. zu Rissbildungen kommen kann.[/edit]
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Beitragvon Elmar » 30.03.2009, 10:09

da war Stefan schneller

Moin,
ich wollte Hallveig auch gerade fragen was sie mit ihren Möbeln in der geheizten Wohnung macht um sie vorm Austrocknen zu schützen.

Auch sorry Hallveig,
du liegst mit deiner Holzeinschätzung ziemlich daneben. Alles statisch belastete Holz darf nur mit einer max Holzfeuchte von 18% verbaut werden. Das ist einigermassen trocken. Möbelholz und inzwischen auch Bauholz wird in riesigen Trockenkammern bis auf 8% getrocknet.
Anstrich hat auf die Festigkeit des Holzes nur einen sehr geringen Einfluß.

Es geht bei Zeltgestänge also wirklich nur um Optik. Leinölfirnis ist wirklich nicht schlecht. Ist ja auch angenehm zu verarbeiten. Aber wenns wirklich zur Sache geht mit dauerhafter Feuchtigkeit bringt das auch nicht soviel. Selbst wenn ein Zeltgestänge 2 Wochen im Matsch gestanden hat wird es kaum Schaden nehmen wenn es anschliessend gesäubert und trocken gelagert wird. Wobei die Betonung immer auf "trocken" liegt.

Und das von Stefan schon erwähnte vergrauen der Holzoberfläche ist ein natürlicher Schutz des Holzes. und wurde früher mit Pottasche künstlich erzeugt.

Schönen Gruß
Elmar
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