Zeltverschluss

Alles rund um das Nähen und den Bau von Zelten findest du hier.

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Beitragvon Cerid » 29.05.2005, 17:35

@Cerid: Schlitze? Überlappen sich die Planen denn nicht, wenn Du alles zumachst? Ohje....Oder meinst Du die Öffnungen ("Ösen"? Dann musst Du sie enger nähen. Sag mal Bescheid.... schrieb

Keine Ösen...
Angenähte Bendel zum Zubinden.
Leider hab ich keine Überlappungen gemacht am Zelt. Das dürfte ein Problem werden, falls es echt mal wüst regnen sollte. Oh je...
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Beitragvon Jaegoor » 04.06.2005, 09:29

Hi Leuts,

also das Schlaufensystem funktioniert auch ganz ohne Ösen. Man näht einfach statt der Ösen nochmal Schlaufen. Und dann zieht man statt Schlaufe in Öse Schlaufe in Schlaufe. Geht prima und ist absolut dicht.

Es Grüßt Euch der Jaegoor
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Beitragvon N.R.U. » 07.06.2005, 17:08

Sabine hat geschrieben:....und hat sich sogar jetzt am Wochenende bei dem Chaosunwetter in Hessen bewährt. Windböen mit 180 km/h. Fazit: Drei von sieben Zelt habe massive Schäden. Grund: Die Eingänge waren nicht richtig verschnürt und der Wind konnte ins Zelt fahren. Ein Mastbruch und zwei Zelte zerrissen.

Wir hatten gerade noch genug Zeit gehabt unser Zelt zu verschnüren, als die Windböe einfiel. Kein Wasser im Zelt und keine Schäden *harpüüh* Glück gehabt!

Grüßles
Sabine
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Beitragvon Andarah » 07.11.2005, 14:11

Also als alter Pfadi habe ich die Erfahrung gemacht, dass sich Schlaufen am besten eignen.
Auf beiden Seiten des Zelteinganges eine Schlaufe angebracht, eine Schlaufe durch die nächste geführt, nach unten hin zuziehen, dann das selbe Spiel mit den Schlaufen darunter, nun wiederum die obere mit der unteren Schlaufe verbinden. Dies macht man bis nach unten und es regnet weder rein, noch kann der Wind ins Zelt pfeifen.
Nicht der Glaube, sondern die Vernunft sollte Richter sein über alles im Menschen!
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Beitragvon succubus » 31.10.2006, 23:50

Wenns mal schnell gehen soll:
Wir haben die meiste Zeit die Planen unten überkreuzt mit Heringen im Boden befestigt und schnüren nur zu, wenn es stark windet oder eventuell über Nacht, aber selbst da selten...
Meist reicht das einfach.

Also oft haben wir dann auch nur eine Seite festgesteckt (die in Richtung Tal, wenn es das gibt). Dann fällt das Zelt auch zu und man ist sofort drin.

Grüße,
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Beitragvon wurm » 01.11.2006, 08:35

Ich habe zwar noch nie freiwillig in einem Zelt übernachtet (nur zwei-dreimal überraschte mich ein Platzregen, und herumliegende Mittelalterfans gewährten mir unterschlupf), aber dennoch kann ich mir unter den Ösen und Schlaufen etwas vorstellen.
Frage an die Zeltbauer (offenbar gibts viele davon): Sind diese Schlaufen das einzig belegte, oder gab es viele Verschlusssysteme? Und ab wann sind diese Schlaufen belegt? Ich kenne sie für Kissen, Bettwäsche und Zelte, aber immer so ab um 1300/1350. Wer entsprechende Literatur zuhause hat, kann das wahrscheinlich recht schnell rausfinden.

Zu dem Problem mit dem verbleibenden Schlitz: ich habe keine Ahnung von mittelalterlichem Zeltbau, aber rein praktisch gedacht würde ich da oberhalb des Schlitzes eine zusätzliche (halbe?) Tuchbahn anbringen, die bei Schönwetter eingerollt bleibt. Bei Regen aufgemacht (und im Boden festgesteckt) wäre der Eingang richtig dicht.
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Beitragvon succubus » 01.11.2006, 11:18

Auch, wenn das nicht dein Bereich ist, bei den Wikis sieht die Fundlage soweit mir bekannt sehr schlecht aus. Für dass Dreieckszelt, das bei den Reenactors unter "Wiki" läuft, gibt es nur einen Osebergfund und dort eben auch nur die Stangen. Das ist auch, soweit ich das bisher gesehen habe wesentlich größer als die Zelte, die man so auf den Märkten sieht (wenn ich die Hölzer in Gedanken richtig zusammengeschachtelt habe, etwa doppelt so groß :question: :gruebel: :question: )
Aber von deiesen Überlegungen und Zweifeln abgesehen:
Dazu gibt es mohl nicht einmal Überreste der Plane. Es wird ja auch noch immer diskutiert, ob sie nun einfach das Schiffssegel als Plane verwendeten und ob Wolle oder Leinen im Einsatz waren. Zu den Verschlüssen lässt sich da mal wieder gar nichts sagen und wir müssen uns mit unbelegtem oder ohne Verschluss oder sogar ohne Zeltplane behelfen. :devil:

Ob es im Hochmittelalter oder an anderen Orten anders aussieht weiß ich nicht. Das Sachsenzelt ist angeblich noch ganz ungefähr und wohl auch recht spät für den Einzugsbereich der Wikis belegt. Aber wie dieser Beleg aussehen soll weiß ich nicht. (Weiß jemand mehr?)

Das die Wikis Zelte hatten ist uns aber überliefert. In mindestens einer Saga (auch wenn die später erst aufgeschrieben wurden) wird von der Zeltstadt, die Aufgrund des AllThings in einem Tal stand berichtet. Habe es sogar im Orginal gelesen, aber keine Beschreibung der Zelte gefunden.

Vielleicht könnte man die Fundlage zu den verschiedenen Zelttypen und verschiedenen Zeiten ja mal zusammentragen.
Ich überlege auch gerade ein Zelt zu bauen und bin noch nicht sicher, welchen Typus ich möchte... Ein Wikizelt, aber da könnte das Sachsenzelt ja eventuell auch erwogen werdes, die Fundlage für das Osebergzelt erscheint mir schon sehr mysteriös... ob das wirklich ein Zelt war? Andererseits erinnert es schon sehr an ein transportables Langhaus... Vielleicht gibt es ja auch noch eine östliche Variante (Jurte oder so? Aber keine von den Pfadis) die sich belegen lassen.
Alles nicht perfekt, aber das liegt wohl an der Fundlage...

Grüße,
succubus
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Beitragvon Hallveig » 01.11.2006, 13:08

[ot]wie gemein... eben habe ich einen ellenlangen Beitrag geschrieben mit Zitaten aus "Segeltuch und Emballage" und beim Absenden werde ich ausgeloggt :buhaeh: alles weg....[/ot]

Kurzfassung:
Es gibt nicht nur den Osebergfund, sondern auch auf dem Gokstadschiff (und noch anderen Schiffen, allerdings dann später als Wikizeit) wurde ein Stoffbündel mit Tauresten gefunden.
Bei beiden ist es unklar, ob es sich um zusammengelegte Segel oder um Zelte handelt. Wobei die Verfasserin des o.g. Buches eher zum Segel tendiert. Der Ausgräber des Gokstadschiffes z.B. sprach hingegen von Zelten.

Es handelt sich um Wollstoffe in 2/2-Köper; beim Osebergschiff rot, beim Gokstadschiff weiß mit aufgenähten roten Streifen.

Geht man davon aus, dass auf See nicht extra Zelte mitgeschleppt wurden, sondern das Segel als Zeltplane genutzt wurde, so müsste man sich bei Überlegungen zu der Befestigung mal mit der Takelage auseinandersetzen.
Bildsteine etc. sind da unzuverlässig und die gefundenen Reste lassen nicht viel bzw. keine Rückschlüsse zu.
Ich habe das Buch noch nicht ganz gelesen, aber ein Durchblättern lässt ersehen, dass Segel seit Jahrhunderten oft am Rande mit Nestellöchern versehen waren.
Tau hatte man immer dabei und *schwupp* hätte man doch einen Zeltverschluss :wideeyed:

--------------------------------------------------

In unserer Gruppe wurde "damals" die einfache Variante gewählt; die beiden Seiten des Zelteinganges lappen übereinander (ca. 10cm). Schlaufen mit Hanfband wurden durchgezogen; auf der jeweils anderen Seite wurde mit Band ein Knebelchen aus einem Stück Ast befestigt.

Mein eigenes Zelt hat beidseitig ca. 20cm vom Rand entfernt Stoffschlaufen; da ziehe ich Tau durch.
Hat sich bei Sturm und Regen bewährt.

Gruß,
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oh

Beitragvon succubus » 15.11.2006, 22:20

Tja, erst Rechner bei den Eltis vergessen, dann Fehlermeldungen beim Senden der Antwort, daher erst jetzt nochmals mit Dank für die Korrektur...

Meine eigentliche Antwort:
"Oh, dann bin ich da falsch informiert. Ich dachte, die Infos seien aus einem Fachbuch... Entweder habe ich mich da getäuscht oder jemand hat Blödsinn geschrieben. Hast du vielleicht die Fundberichte? Wäre dann doch interessiert...

Grüße und Dank für die Korrektur,

succubus"
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Beitragvon Beate » 16.11.2006, 04:54

succubus hat geschrieben:
Das die Wikis Zelte hatten ist uns aber überliefert. In mindestens einer Saga (auch wenn die später erst aufgeschrieben wurden) wird von der Zeltstadt, die Aufgrund des AllThings in einem Tal stand berichtet. Habe es sogar im Orginal gelesen, aber keine Beschreibung der Zelte gefunden.



Eine Theorie dazu hier
(PDF)
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