Orenburgspindel

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Orenburgspindel

Beitragvon Verry » 18.09.2012, 17:15

:biggrin: :biggrin: Momentan warte ich auf meine Orenburg-Olivenholz-Spindel. Gibt es hier noch jemanden im Forum, der auch eine hat, um mir evtl ein paar Tips zu geben? Die hat mich irgendwie angelacht, aber ich habs weder vorher probiert noch in echt gesehen :blush: Sonst spinne ich mit einer 50g Fußspindel, teils auch supported und /oder im langen Auszug oder mit meinem Spinnrad Garn als Zwirn knapp unter Sockenwollstärke. Kann das was werden? Vielleicht will ich damit auch mal ausgefallenes Pferde-Winterfell spinnen, wäre das möglich?
schon mal Danke für eure Hilfe

PS: sobald sie da ist, gibts einen Bericht.
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Beitragvon Woelfin » 18.09.2012, 18:21

Ich hab eine Orenburgspindel, bin aber auch noch feste am üben. So wirklich zufrieden bin ich noch nicht.
Pferdehaar ist immer sehr schwirig, hat nun mal keinen Crimp und ist sehr kurz. Ausserdem gibt es versponnen meist eher wowas wie Stacheldraht.
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Beitragvon Draca » 19.09.2012, 08:32

Ich habe Orenburg und habe schon einiges damit versponnen. Orenburgspindeln sind für extrem dünnes Garn gedacht. Google mal unter "Orenburg", dann findest du Youtube-Videos, auf denen man die Technik sieht, wie man mit diesen Spindeln spinnt, und auch die wunderbar spinnwebfeinen Schals, die traditionell aus dem Orenburg-Garn gestrickt werden.

Orenburgspindeln sind für sehr feine, mittellange Fasern gedacht, die exzellent aufbereitet sind, da du die Garnstärke alleine über den Drall bestimmst, den du auf den wachsenden Faden gibst und nicht mit den Fingern steuerst -wenn du die Spindeln traditionell spinnst. In Orenburg spinnt man damit die Unterwolle der Orenburgziegen, eine Art Kaschmir. Daran kannst du dich bei der Auswahl der geeigneten Fasern für die Spindel orientieren

Natürlich kann man die Orenburgspindeln auch anders verwenden. Ich weis von jemanden, der sie als normale Fallspindel betreiben wollte, aber dafür gibt es deutlich besser geeignete Spindeltypen und du vergibst das besondere an der Orenburgspindel, nämlich die Möglichkeit, recht kurze Fasern extrem fein zu spinnen.

Pferdehaar dürfte tricky werden. Prinzipiell kann man fast alles verspinnen. Ich habe vor kurzem mal interessehalber Kaninchenhaare von einem normalen Hauskaninchen versponnen. Die Frage ist, ob sich das lohnt? Die feinen Unterhaare haben halt ein sehr anderes Spinnverhalten wie das stachelige Deckhaar und die Deckhaare rauszusammeln ist viel Aufwand.
Anderseits wurde so Haargarn früher in Skandinavien viel zum Nadelbinden für Übersocken und Arbeitshandschuhe verwendet. Und das grobe Tuch, in dem Warenballen eingepackt wurden, war vor der Einführung von Sisal, Jute, Manilahanf etc. oft aus Rinder- bzw. Ziegenhaar. Möglichkeiten für Experimente gibt es also genügend. Du mußt nur eine geeingente Spindel dafür finden.

LG Draca
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Beitragvon Verry » 19.09.2012, 15:56

Ja, die Videos hab ich schon gesehen ;-) sieht cool aus! Na ja, das mit dem Pferdehaar muss ich halt mal probieren. Filzen tuts schon mal ;-)
edit: Spindel ist fertig, müsste nächste Woche kommen :biggrin: Außerdem darf ich mir bald ein paar Karden ausleihen, dann kardiere ich das Pferdehaar in die Merinowolle mit rein ;-)
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Beitragvon Verry » 29.09.2012, 09:40

Spindel ist da und wunderschön ;-) So langsam klappt auch die Technik, stellenweise sind wir bei Nähseidenstärke. Steckt aber wohl noch viel Arbeit drin, wie immer am Anfang. Bei Gelegenheit gibts auch mal ein Foto. :biggrin: Wunderbares Teil, hab sie von

http://www.drechselwerkstatt.com/
leider ist die Seite momentan inaktiv, da sie in einen Onlineshop umgebaut wird.
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Beitragvon Woelfin » 30.09.2012, 10:30

Schön das es dir soviel Spass macht. Aber pass auf, Spindeln sind Herdentiere. :biggrin:
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Beitragvon Verry » 30.09.2012, 10:49

Hab ich schon gemerkt ;-) Hab jetzt schon 4 +1 Spinnrad mit Ideen für noch mehr... Eine mit ganz leichte mit Glaswirtel fehlt mir noch, zum Orenburg-Garn zwirnen. Das klappt irgendwie mit der Orenburg nicht, außer wenn ich mit links zwirne :question: Mach ich da was falsch oder muss das so sein :gruebel:
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Beitragvon Verry » 29.11.2012, 16:51

So, jetzt endlich mal ein Bild:
http://www.drechselwerkstatt.com/epages ... d_Spindeln
die erste ists
Macht total viel Spaß, ich mag sie irgendwie. Allerdings klappt Lammwolle deutlich besser als normale, und bald kann ich Mohair testen, das kommt dem ursprünglichen wohl recht nahe :biggrin:
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Beitragvon w_ciossek » 10.05.2013, 22:54

Ich baue mir die Orenburgspindeln immer selbst und weil sie sich sehr schnell aber auch sehr lange drehen, reißen mir die Leute vom Spinnradclub mir sie fast immer aus der Hand. Das sie solange drehen, liegt daran, daß ich den Schaft dünner mache, als sie gewöhnlicherweise sind, und der Wirtel ist bei mir eine recht breite Zwiebel und erinnert der Form nach an die zwiebelförmigen Kuppeln russischer Kirchen. Schon dadurch sieht sie so russisch aus.

Ich verspinne sogar mit der Orenburgspindel Baumwolle zu hauchdünnen Garn. Das funktioniert sehr gut, da Baumwolle sehr kurze und sehr dünne Fasern hat. Man muß viel Drall darauf geben, um einen festen Baumwollfaden zu bekommen. Da die Orenburgspindel ein sehr schnelles Drehvermögen hat, geht das so recht gut. Auch Leinen habe ich damit gesponnen und natürlich Schafwolle.
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