Stoffe luftdicht machen?

Welche Stoffe werden verwendet, welches Material? Was trug man?

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Ton Tülle?

Beitragvon schlosswalker » 19.06.2007, 11:10

Arbeite doch mit einer langen tontülle die im blasebalgende steckt. Ton kosted nicht viel, man kann so eine tülle selber herstellen, und es ist nicht nur etwas einfacher sondern auch historisch.
Wenn sich die luft im lederschlach verdrückt, dann scheint der schlauch aber auch zu groß/dick zu sein. durchmesser um die 2-2,5cm sollte da reichen. O.K. das geht dann nur mit passenden leder. Und wenn man das richtug näht dann geht da auch nicht sooo viel luft durch die naht. Die löcher für den faden dürfen halt nicht zu groß vorgestochen sein. Und die art der naht ist auch wichtig. Eine fest zugezogenen sattlernaht hält eigentlich recht dicht.

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Beitragvon Sleipnir » 19.06.2007, 15:16

Dem kann ich nur beipflichten, meine ersten Schuhe hatte ich mit einer Sattlernaht in engen Stichen vernäht, die waren Luftdicht. :wacky:

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Beitragvon Osric » 19.06.2007, 19:07

hi, also wenn du bei Leinen bleiben willst habe ich hier ein zitat über Ölzeug bei Wikipedia gefunden:"Ursprünglich wurde diese Kleidung aus einem Leinenstoff hergestellt, dessen Oberfläche mit Öl, oftmals Leinöl, imprägniert wurde, um ihn wasserdicht zu machen".
Ich denke das Leinen besser als Leder wäre den dünnes Leder wäre schnell kaputt und dickes Leder müsstest du wie eine Schifferklavier vernähen.Fetten würde ich beides mit Lederfett um es geschmeidig zu halten.
Ich habe mal aus einer alten Wachstuchtischdecke einen Blasebalg zu Grillen gebaut. Die hat einen ganzen Sommer gehalten.
Die Rückseite sieht ja aus wie stoff, das ist vieleicht eine billige variante für einen Prototyp.
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Beitragvon Dvergr » 19.06.2007, 21:08

Die Idee mit dem Öl find ich genial! :-)

Claudia, deine Bedenken sind verständlich. Aber in das von mir vorgesehene Konzept passt das alles trotzdem sehr gut hinein, da ich die Feuerschale in drei Richtungen mit Blech abschirmen möchte (20-30 cm hoch), das dürfte dann einen direkten Funkenflug verhindern, und die Funken die in die Höhe fliegen und irgendwann runter kommen sind nicht mehr sooo heiss :wideeyed:


Die Wachstuchtischdecke ist vielleicht zum rumprobieren auch nicht so schlecht, das werd ich mir auch noch durch den Kopf gehen lassen (danke für den Tip!), aber beim Endprodukt würd ich dann schon lieber bei Leinen bleiben :wideeyed:
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!?

Beitragvon schlosswalker » 20.06.2007, 01:29

Zitat:
Ich denke das Leinen besser als Leder wäre den dünnes Leder wäre schnell kaputt und dickes Leder müsstest du wie eine Schifferklavier vernähen.

???
Ich habe schon diverse Blasebälge gebaut und kann das so nicht bestätigen. Auch experimente mit anderen materialien(auch gewachster stoff z.b) brachten mich zu dem schluß das leder das bessere material ist. Da ist die stärke nicht so bedeutend, sondern eher die qualität.
Man muß das leder auch nicht wie ein schifferklavier nähen. Leder hat von sich aus eine gute trapazierfahigkeit was knicken,walken und falten angeht. Deshalb wurde und wird es ja auch für blasebälge genommen. Es ist eher viel wichtiger das das leder GUT gefettes, also nicht zu trocken, ist und sauber verarbeited wurde.
Da geht dann auch eine moderne crom gerbung.
Ich habe für einen kleinen blasebalg sogenanntes fettleder genommen. ist eine moderne gerbung.Was auch immer jetzt der grund für den namen ist?, mit fett hat das nur bedingt zu tuen, eher mit dem aussehen.
Aber falls Dvergr mit stoff experimentieren will trotzdem viel erfolg. vielleicht kommst du ja auf ein brauchbares ergebniß.
wegen dem funkenflug folgendes.
Auch wenn ein funken direkt auf etwas geöltes oder gewachstes fällt hat ein funke zu wenig energie um den stoff mit dem dichtmittel(öl oder wachs) zu entzünden. Dazu braucht es schon eine offene flamme(mehr hitze) und den umstand das erst das dichtmittel vergasen muß um dann mit dem stoff als docht eine brennbare kombination zu ergeben.
Ich hatte mal ein gewachstes zelt! da macht man mal ein paar versuche zur sicherheit. Es war zwar der größte docht deutschlands aber das zelt hat nie gebrannt.
Und damit die kohle nicht so sehr funkt, benutze gute buchenholzkohle. Die funkt wenig, da sie wenig harzeinschlüße hat. Baumarktholzkohle ist meist aus billigen holzabfällen hergestellt. Da sind dann auch viele harzreiche holzreste verarbeited drin, was auch mit ein grund für starke funkenbildung ist.
Etwas mehr geld in die kohle gesteckt und man ist fast funkenfrei!

grüße
Thomas
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Beitragvon Jens Börner » 20.06.2007, 11:36

Ich will jetzt ja nicht Spielverderber spielen, aber wäre es nicht vielleicht sinnvoll, sich die Funde und Vorlagen anzugucken, und genau das zu nehmen, was "damals" verwendet wurde, also in der entsprechenden Darstellungszeit? Mal abgesehen davon, dass es kaum sinnvoll sein dürfte, das Rad neu zu erfinden, und man damals schliesslich härtere Anforderungen an das Zeug hatte, und es somit zuverlässig funktionieren musste, was auch dazu führen würde, dass es das heute tut, ist nicht die Vorlage ein nicht allzu geringes Kriterium?
Weil ansonsten kann ich auch was auf dem Trödel oder im Baumarkt kaufen?
Jens Börner
 

Beitragvon David » 20.06.2007, 12:03

In meiner Funktion als Moderator:

Bevor das hier wieder ausartet, möchte ich darauf hinweisen, daß hier nicht nach historischen Lösungen gefragt wurde. Dvergr wollte Leinen nehmen und hat explizit nach Abdichtungsmöglichkeiten gefragt.
Auch wenn der Hinweis von Jens in der Sache richtig ist, führt er hier klar am Ziel vorbei.
Das ist nicht schlimm, und sollte jetzt hier keine Überreaktionen hervorrufen...
Das nur prophylaktisch. Vertragt euch ;-) !

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Beitragvon Dvergr » 20.06.2007, 12:14

Also diese Esse wird sicher nicht in erster Linie für die Darstellung sein. Sondern in erster Linie ein Projekt für Spaß und Freude. Und rein aus Spaß möchte ich eben auch zumindest Materialien verwenden, die damals auch zur Verfügung gestanden haben, weil sonst könnte ich auch gleich meine Heissluftpistole an das ganze anschließen.

Und aus eben jenem Grund -dass das kein Teil der Darstellung sein soll- will ich da auch nicht all zu viel Geld reinpfeffern, weil ich als Schüler halt irgendwo eine Grenze im Budget für solche "Spielereien" habe. Und da ist mir lieber, ich kann mir noch ein paar Bleche für schöne Töpfe und ein paar wirklich gute Stoffe leisten und verwende das Leder für Schuhe, als dass ich dann eine vollkommen authentische Esse habe, aber keine Darstellung ;-)

Und ganz ehrlich: angenommen es funktioniert mit geöltem Leinen, warum könnt ihr dann heute zu 100% ausschließen, dass man das damals nicht vll doch auch verwendet haben könnte? Konnte sich ja vielleicht nicht jeder leisten zwei große Blasebälge mit Leder zu beziehen (bitte... lasst diesen Thread nun nicht zu einer Grundlagen und Prinzipien- Diskussion werden. Bei meiner richtigen Darstellung richt ich mich eh nur nach Funden, aber hier gehts nunmal einfach nur um ein Freizeit Projekt, da möchte ich mich ehrlich nicht dafür rechtfertigen müssen, dass ich irgendwas nicht korrekt nach Fundlage mache...)
Edit:
Danke David, du sprichst mir aus dem Mund - hatte wärend dem Post schreiben noch was andres gemacht, und hab den deinen erst jetzt gelesen.
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Beitragvon Jens Börner » 20.06.2007, 13:28

Ok, verstehe ich, es war auch primär so gemeint, dass ich die etablierte, funktionierende Lösung nehmen würde, als zu experimentieren...
dass nirgendwo was vom Anspruch stand, is klar, tschuldigung ;) bin halt so :D
Jens Börner
 

Beitragvon schlosswalker » 22.06.2007, 02:59

O.K. Auch wenn ich hier noch einen nach setze(haut mich doch!), aber das ganze ist auch als tip gedacht.
Betrachted ist das ganze jetzt mal abseits von darstellung,autentizität, ect. sondern eher von der funktionalität, der praktischen und vorallem der finanziellen seite.
Ich habe selber feststellen müßen, das ein improvisiertes Produkt in der regel nicht den vollen zweck erfüllt, für den es gedacht sein soll. Das geht von haltbarkeit, eben über der funktion, bis hin zur sinnvollen nutzbarkeit.
Als Beispiel: Warum benutz man Gummi für Autoreifen? weil es für den zweck eben das momentan beste material ist. Es geht auch vielleicht mit holz, erfüllt aber nicht in allen bereichen den gleichen zweck.
Man hat die möglichkeit: mehrmal zu improvisieren, oder einmal das ganze gut zu durchdenken, vielleicht finanziell in den sauren apfel zu beißen, oder so lange zu warten bis man es finanzieren kann.
Aber auf längere sicht hin, kosted improvisieren mehr geld als einmal vernünftig zu investieren. O.K. ist dann auch eine zeitsache bzw eine geduldsfrage.
Ich habe die erfahrung gemacht das man mit halben sachen schnell unzufrieden ist und sich dann vielleicht ärgert.
Es muß jeder selber wissen wie und wo er sein geld rein steckt. Aber wenn das geld eh so eng sitzt(ich kenne das selber) sollte man genau überlegen wo men sein geld UND seine ARBEIT rein steckt. Auch zeit ist heutzutage kostbar.
Wenn man null kosten hat weil schon material da ist was man verwenden könnte(wie hier z.b. Leinen), ist das eine möglichkeit.
Aber wenn man eh geld ausgeben muß sollte man genau überlegen wo für.
Wenn man jetzt umbedingt Leinen verwenden will(oder was für eine alternative lösung auch immer), weil man es ausprobieren will ist das eine sache, aber die funktion wie leder wird es warscheinlich nie erfüllen können. Es ist eben leinen(oder ein anderes material)

die meisten wollen mit tips helfen, auch wenn der tenor manchmal dem entspricht was man vielleicht nicht hören will. aber es ist im allgemeinen gut gemeint.

Soo, ich wünsche allen einen guten morgen,werd jetzt frühstücken und bin raus hier.

Grüße
Thomas
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