welcher wollstoff ist geeineter?

Welche Stoffe werden verwendet, welches Material? Was trug man?

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welcher wollstoff ist geeineter?

Beitragvon katharina v. breitenbache » 18.11.2007, 20:49

hallo!

ich melde mich mal wieder für meinen freund ;) also:
er möchte sich eine kutte (dienender bruder) nähen und eine cotta. beides soll aus naturfarbenem wollstoff sein.
hier findet man den vorläufigen wollstoff für die warme cotta und hier den für die Kutte. da der wollvelour viel fluffiger und 60g schwerer ist, hat er bedenken im sommer. seine bisherige kutte ist aus diesem wollstoff.

wer hat erfahrungen mit den stoffen gemacht?
kann man den velour im sommer als kutte tragen, wenn man bereits mit dem anderen schwarzen wollstoff rumgerannt ist und mit dem gut auskommt?

PS: falls sich wer fragen sollte, warum wir dieses problem haben: ich bin der grund. im hellen erscheint der velour in einem schöneren farbton, also meiner meinung nach eher ein kuttenstoff *g* ;)
:schaf:
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Beitragvon Xia » 19.11.2007, 06:03

Huhu Katharina,

ich hab gewusst ich kenn Dein Avatar von irgendwo her *gg*

Ein Vollvelour mit 580 gr ist natürlich schon happig. Ich kann das allerdings nur mit meinem Männe seinem Stoff vergleichen, gefühlte 2 kg/m² und er rennt bei 35 °C im Schatten mit rum. Ich glaub es kommt auf das individuelle Feeling an, ob ers aushält oder nicht, aber wenn er so eine Frostbeule ist wie meiner, dann ist das ok ;)

Liebe Grüsse, Xia
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Beitragvon Claudia » 19.11.2007, 19:16

Egal ob 520g oder 580g pro qm - mir erscheinen beide Stoffe als viel zu schwer und warm fuer den Sommer.
Man muss schon eine extreme Frostbeule sein, um das das dann bei wirklich sommerlichen Temperaturen auszuhalten.
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Beitragvon katharina v. breitenbache » 19.11.2007, 20:37

@xia: das merkst du jetzt erst? :D

eine frostbeule ist er nicht *g* im gegenteil: immer schön kuschlig warm! *gg* (liegt vielleicht daran, dass er die wärme im sommer speichert? ;))

aus eigener erfahrung kann ich sagen, dass es training ist. bin früher im höchsten hochsommer auch immer in jeans und t-shirt rumgelaufen, wenn andere kurze röcke/hosen und tops anhatten. ich hab nicht mehr geschwitzt wie die anderen auch ;) leider hab ich dann mal angefangen, mcih leichter zu kleiden und schwupps wars wieder weg... :buhaeh: war schon nützlich...
:schaf:
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Beitragvon Xia » 20.11.2007, 11:38

In letzter Zeit speicher ich Dinge im Kopf ab und lösche sie unbewusst nach einiger Zeit wieder *sollte mal Ginko nehmen*

Das mit dem antrainiert kenne ich. Meine Spämi-Kleider, die alle aus Wolle sind und komplett gefüttert, trage ich auch im Hochsommer, während andere nur stöhnen unter der Hitze und ich trage auch sonst generell lange Hosen (weil ich so kräftige Fussballerwaden habe).

Alex legt seine Cotta ab wenn es ihm zu warm wird, was sehr selten ist, und rennt in seiner lange Bruche rum und dem Leibhemd. Ich habe daraufhin die Regeln gewälzt und nichts gefunden, was das verbieten würde. Aber vielleicht ist es bei einem Mönch anders, nämlich das er auch so niemals die Kutte ablegen würde?
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Beitragvon Jens Börner » 20.11.2007, 12:32

Also grundsätzlich kenne ich keinerlei Belege dafür, dass Mönche ihre Kleidung bei warmen Wetter abgelegt haben. Dies gilt aber auch für andere Menschen, im Allgemeinen nur bei schwerer körperlicher Arbeit und bei wenig angesehenen Bevölkerungsgruppen. Wohl aber Hinweise darauf, dass das Enthüllen nicht wirklich gut angesehen war.
Da ich auch nicht annehme, dass der gemeine Mönch so etwas wie eine "Sommerklamotte" hatte, würde ich erwarten, dass sein Kittel auch für niedrige Temperaturen geeignet sein muss.
Meiner Erfahrung nach ist es ab einer bestimmten Temperatur recht wurscht, was man trägt, einem ist eben warm. Mit Leinen als Unterkleidung ergibt sich der oft zitierte Effekt, und es ist ganz gut auszuhalten.
Wem das wiederrum unwahrscheinlich erscheint, sollte sich einfach mal die Kleidung im Sommer um 1900 auf Fotos angucken, und die dörftliche in südlichen Ländern (Italien z.B.) vor allem traditionsbewussterer Personen.
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Beitragvon Xia » 20.11.2007, 15:48

Jaja Jens, zugeknöpft bis oben hin und das ganze auch noch in schwarz *grusel*

Wir sprechen aber von den Templern als "Nicht-0815-Mönche" wenn ich das mal so nennen darf. Von jemand, bei dem man davon ausgehen kann, das er mal im heiligen Land war (Im Realfall). Es gibt Bibelstellen im AT, in denen sogar die empfohlene Stoffart, Mischung und Farbe erwähnt, wie wann was getragen wird und die Juden, ein sehr traditionsbewusstes Volk hat das sogar noch jahrhundertelang so weiter gehalten, ob die Templer das als Menschenschlag, der die Klagemauer gesehn hat, dann nicht so mit nach Mitteleuropa mitgenommen hat? Ich meine, die Eigenart ein Cap auf dem Kopf zu tragen wenn ich fotografiere (Oder was anderes) oder spezielle Riten in meinem Alltagsleben habe ich mir auch aus meiner Aussteigerzeit im Siuox-Reservat bewahrt, der Mensch ist ein Gewohnheitstier ;)

Liebe Grüsse, Xia
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Beitragvon Ermelind von Riuwental » 20.11.2007, 16:07

Na, aber wenn du ne Aussteigerzeit bei den Sioux nimmst, gehst du doch schon mit Toleranz und Aufgeschlossenheit an die Sache, also den Kulturclash ran. Aber die Templer waren ja eher nicht im Heiligen Land, weil sie so gespannt darauf waren, wie die Juden und Moslems leben, sondern eher um die da nicht mehr leben zu sehen. Oder sehe ich das falsch?
Jedenfalls wäre ich vorsichtig zu sagen, naja, die haben sich das von denen abgeguckt, nur weil wir das vielleicht heute so machen würden. Man darf ja nicht mit modernen Vorstellungen Maßstäbe für das mittelalterliche Denken aufstellen. So, genug Schlauarsch gewesen. :lesen:
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Beitragvon Xia » 20.11.2007, 16:47

Naja, mir ging es nicht um die Aufgeschlossenheit die als Motivation hinter einer Reise steht, bei den Lakotas bin ich auch eher zufällig hängen geblieben, es geht einfach darum das man sich an positive Dinge sehr schnell gewöhnt. Und Lebenserleichterung war noch nie ein Fremdwort gewesen ;)
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Beitragvon Jens Börner » 20.11.2007, 20:42

Moin,

Ja nun, das wird jetzt Templerspezifisch, aber:
Es waren ja nun lange nicht alle Templer "im heiligen Land", selbst wenn, wäre mir nicht bekannt, dass man sich dort mit Vorliebe auszieht. Im Gegenteil, wenn man sich schon an derartigen Kulturen orientieren mag, wird einen auffallen, dass sie imemr recht geschlossene Kleidung tragen.
Davon abgesehen finde ich das argumentativ etwas nebensächlich für eine Betrachtung einer Darstellung in Europa.
Fakt ist, die Mehrzahl der Quellen lässt wenig Raum zum "Auszíehen" bei warmen Wetter, und bis in die Neuzeit hat das den Leuten nicht geschadet.
Jens Börner
 

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