Zwei fallen lassen

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Zwei fallen lassen

Beitragvon Tanteanni » 11.01.2011, 18:31

Hallo ihr Lieben

meine Frage richtet sich an alle Strickerinnen. Vielfach ist es mir jetzt schon begegnet, dass wenn ich vom Stricken spreche, immer irgendwer mit der Formel "zwei links, zwei rechts, zwei fallen lassen" kommt und das ganz lustig findet. Selbt in Kinderliedern wird das Stricken mit dieser Formel beschrieben. Jetzt frage ich mich schon die ganze Zeit, wie sieht wohl das Muster dazu aus? Vor allem, sieht es aus, wenn man einfach zwei Maschen von der Nadel "fallen" lässt? ( die hängen ja dann irgendwie so im Strickgut herum) Oder ist damit gemeint, in der Hinreihe zwei Maschen ohne sie zu verstricken auf eine Nadel zu nehmen und sie in der Rückreihe zu stricken?
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Beitragvon Peregrina » 11.01.2011, 18:59

Wenn Du ständig 2 links, 2 rechts, 2 fallenlassen stricken würdest, hättest Du in kürzester Zeit gar keine Maschen mehr auf der Nadel! Du kannst aber z.B. einen Schal ganz normal stricken und ganz am Schluß in regelmäßigen Abständen ein oder zwei Maschen bis hinunter fallen lassen. Das ergibt eine Art Leitermuster und wirkt sehr luftig.
Wenn man Maschen nicht in jeder Reihe strickt, sind das sog. Hebemaschen. Gib das mal beim großen G in Bildern ein. Das ist eine vielfältige Technik, die vor allem mit zwei Farben toll rauskommt.
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Beitragvon Alvara » 11.01.2011, 23:15

Huhu,
solche Muster sind schick!
Aber du solltest beim gewollten Fallenlassen, wenn Du ein einigermaßen symetrisches Werkstück haben möchtest (zum Beispiel einen quadratischen Lappen) genau die Anzahl der Maschen, die Du fallen läßt, an anderer Stelle zunehmen oder durch Umschläge ausgleichen. Wenn Du einmalig 2 Maschen fallenlässt, dann ribbelt sich das Ganze durch bis auf die erste Reihe und sieht dan aus, wie die klassische Laufmasche.

So, nun genug des Verwirrens,

liebe Grüße und gute Nacht

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Beitragvon Jara » 12.01.2011, 07:35

Da fällt mir ein Strickmuster ein, das ich mal mit diesem luftigen leiterartigen Garn gestrickt habe.
Hat mir eine Freundin gegeben, keine Ahnung woher das ist.
Nennt sich Tonga-Schal:
50 Gramm von diesem Garn, Nadelstärke 8 bis 10
22 M anschlagen alle rechts stricken
1. Reihe: 1RdM, *1 M re, 1 Umschlag* stets wiederholen, mit 1 M re und der RdM aufhören
2. Reihe: alle M re stricken dabei Umschlag fallen lassen
3. Reihe: alle M re stricken, dabei die M kontrollieren und ggf. zusammenstricken
Nach bedarf Schal beenden. Zum Abschluss eine reihe ohne Umschlag stricken und M abketten.
Das Muster erkennen kann man später nicht mehr, aber es ergibt einen total lockeren geschmeidigen Schal, den ich sehr liebe.

Du läßt zwar keine echte Masche fallen, nur den Umschlag, aber es ist trotzdem ein seltsames Gefühl beim Stricken.
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Beitragvon Tanteanni » 12.01.2011, 12:32

Ich habe mir schon gedacht, dass diesses Muster mit zwei fallenlassen eigentlich garnicht funktionieren kann. Dennoch würde mich mal interessieren, wie dieser Irrglaube in Bezug auf das Stricken aufgekommen ist.
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Beitragvon blue » 12.01.2011, 12:58

Es gibt ja auch das Sprichwort: 1 Schritt vor und 2 zurück.
Ich denke das geht in die gleiche Richtung, man kommt einfach nicht vom Fleck oder ans Ziel. Genau wie mit dem Strickmuster. So klappt das einfach nicht.
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Beitragvon Peregrina » 12.01.2011, 15:22

Ich könnte wetten, meistens sagt diesen Spruch ein Mann, der der Werkelei sowieso verständnislos gegenübersteht :biggrin:
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Beitragvon Ragnhild » 12.01.2011, 17:24

Ich denke, dass der Spruch ursprünglich als Joke gemeint ist. Wenn du aber, wie Peregrina beschrieben hat, am Ende der Arbeit gezielt einzelne Maschen bis unten "fallen lässt" und diese dann mit einer anderen Farbe wieder hochhäkelst, dann bekommst du einen feinen andersfarbigen Streifen in die Arbeit. (Ist schon eine Weile her, dass ich das mal gemacht habe.) Sollte dir versehentlich eine Masche mehrere Reihen hinunterrutschen, dann kannst du sie auch mit dieser Häkeltechnik retten.

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Beitragvon Chrissie » 12.01.2011, 17:48

Hier wird der Spruch auch nur als Witzelei zum Stricken gebraucht.
Meist von Leuten, die keine Ahnung von Handarbeiten haben und sich neidvoll über die Handarbeiterin lustig machen so nach dem Motto
"so viel Mühe und dann nur Fehler, das lhnt sich nicht".
Liebe Grüße,
Chris

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