Trommelfell

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Trommelfell

Beitragvon Ingo » 11.03.2005, 07:40

Die Vorstellung von Lagras hat mich auf die Idee gebracht an dieser Stelle mal das vorhandene Wissen zum Thema "Trommelfell" abzufragen.

Lagras schrieb

um eine Trommel zu machen muß man das Fell auch nicht gerben...meiner Meinung nach zumindest...

genau das würde mich jetzt mal genauer interessieren.

Ich habe nämlich noch ein großes Stück Rinderrohhaut - ist das als Trommelfell ein geeignetes (Ausgangs-)Material? Welche Materialstärke ist bei welchem angestrebten Trommeldurchmesser empfehlenswert?

Wenn ja, dann hätte ich damit schon wieder ein neues Bastelprojekt an der Hand

eine eigene Trommel bauen!

Gruß, Ingo
Ingo
 

Beitragvon N.R.U. » 15.03.2005, 10:34

nina hat geschrieben:Hallo,

ich hab z.B. eine afrikanische Trommel mit Ziegenfell, das ist dem Aussehen nach auch nicht gegerbt und in der Schule haben ein paar Leute sich mal Trommeln selbergebaut mit nem Bausatz von Marimba, da waren auch noch die Haare dran so wie bei meiner Trommel und auch das schien nicht gegerbt. Eine Rohaut als Fell könnte allerdings etwas steif sein, da es beim einweichen ja nicht mehr so geschmeidig wird wie ein frisches Fell..

aber ruf doch mal hier an:
Marimba-Musikinstrumentenbau
Westerfeldstraße 44
33611 Bielefeld-Schildesche

hoffentlich gibts die noch...

http://www.sindris-werkstatt.de/
http://civis.tempus-vivit.net/saxonicae/
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Beitragvon Gnom » 17.12.2005, 00:08

Trommelfelle sind gewöhnlich aus Rohhaut (wenn nicht aus Plastik). Das Fell von einer kleinen Marschtrommel hat (trocken) so ungefähr eine Stärke von 1/2 mm. Meist werden Trommelfelle als Transparentleder zugerichtet, d.h. während des Trocknens mit wenig Glyzerin eingelassen. Hochwertige werden aus egalisierten Kalbfellen gemacht.

Ich würde ein Trommelfell aber aus einer Haut machen, die gleich die richtige Stärke hat, am besten Ziege oder Reh. Häute von Wollschafen sind meist nicht sehr fest, Haarschafe gibts bei uns kaum. Wenn Du aber wirklich Deine Rindshaut auf die Stärke ausfalzen willst, bitte gaanz vorsichtig. Das ist nämlich ziemlich schwierig!

Rohhaut kann man (fast) immer wieder ganz weich bekommen. 1.) Am besten schon vor dem Trocknen ordentlich salzen. Dann geht das Weichen immer ohne Probleme. 2.) Lauwarmes Wasser unter 40°C mit etwas Spülmittel nehmen. 3.) Wenn die Haut garnicht weich werden will rausnehmen, und die betroffenen Stellen mit den Händen fest strecken und auseinanderziehen, bis sie eine weißliche Farbe bekommen, die Haut gut durchwalken und nochmal einige Zeit weichen lassen. 4.) Wenn das nichts hilft wegschmeißen oder einem Feind schenken.

Lie Grü,
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Beitragvon Sleipnir » 19.12.2005, 07:39

Für Rahmentrommeln scheint mir generell Rohhaut geeignet zu sein, da man ja keine Stimm/Spannvorrichtungen für das Fell hat. D.h. ein stimmen der Trommel wird über anfeuchten oder trocknen des Felles vorgenommen. Sieht bei mir so aus, das wenn meine Bodrhan zuviel Luftfeuchte abbekommen hat der Ton dumpf, tief und schwammig ist. Dann halte ich sie kurz über das Lagerfeuer oder zuhause unter einen Fön. Ist das Fell zu trocken, die Spannung zu hoch, reicht ein kurzes Abbreiben mit einem feuchte Tuch oder einfach einweinig Spucke verteilen.

LG Sleip
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Beitragvon Sleipnir » 19.12.2005, 07:57

Ach ja - vollkommen Un-A aber dennoch in einigen Kreisen beliebt - Röntgenbilder als Trommelfell. Man trommelt auf dem eigenen Solar Plexus. Habe ich schon mal gesehen, auf einer Djembe glaub ich. Angeblich sollen die Röntgenbilder wohl eine gute Qualität als Trommelfelle haben.

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Rohaut

Beitragvon in-power » 24.09.2006, 14:39

Hallo Leute,

ich habe mir zwei Rahmentrommeln aus einer Rinderrohaut und einer Pferderohaut gebaut. Nun habe ich das Problem, das die beiden Häute mir
ständig Feuchtigkeit aufnehmen und somit auch Ihren schönen Klang.
Da ich auch vorhabe im Herbst und Winter draussen zu Trommeln, suche ich nach einem Mittel die Häute mit einem, wenn Möglich, unsichtbaren Mittel zu schützen.
Weiß jemand mit was man das machen kann.

Danke schon mal im voraus
in-power
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Beitragvon Evelune » 24.09.2006, 18:17

Kannst du die Felle nicht nachspannen und beim wegpacken der Trommel lockern? Oder hast du keine spannbare? Also bei meiner einen Trommel die leider auch nicht so gebaut ist, das man sie nachspannen kann, wärme ich das Trommelfell immer am Grill oder Feuer ganz vorsichtig. Bringt viel, denn ich kenne auch so kein Mittel das hilft, ausser eben eine nachspannbare Trommel zu kaufen, man darf da nur nie vergessen sie wieder zu lockern nach dem spielen.

Ich habe bisher nur gesehen, das wenn den Trommlern die Felle zu Trocken waren, und somit der Ton zu hoch, das sie extra Wasser rein gekippt haben, Trommel geschwenkt und den Rest wieder ausgekippt. (war eine Bodhran).

Edit: Habe grade gesehen, das Sleipnir genau das alles schon vorher geschrieben hat.... jaja wer lesen kann ist klar im Vorteil... :blush:
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Beitragvon Evelune » 04.08.2007, 18:12

Hat jemand eine gute und günstige Bezugsquelle für Trommeltaugliche Rohhäute in passender Dicke?

Meine Davul hat es nämlich zerhauen, bzw ich hab sie zerhauen, war aber auch ein dünnes altes billiges Trommelfell, jetzt soll was vernünftiges drauf.

Hat jemand eien Anleitung zum bespannen einer Davul? Die jetzige Art gefällt mir nämlich nicht, da sie sich nicht so gut spannen lässt.
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Beitragvon Cerid » 21.08.2007, 07:18

Eine Anleitung, wir man ein Fell auf nen Rahmen bekommt wäre suuuuper! Da suche ich auch danach.

Rohhaut für Trommeln bekommst du bei den Altenburger Pergamentfabrik
http://www.pergament-trommelfell.de/index_1.htm
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Beitragvon Evelune » 21.08.2007, 11:47

Das Fell selbst braucht man ja nur an den Reif anzunähen wenn es nass ist, das spannt sich dann ja selber beim Trocknen, mich würden eher verschiedene Arten interessieren, wie man mit Seil die beiden Seiten der Davul spannt, da gibt es ja auch einige Varianten. Und die, die gerade aktuell bei mir ist, finde ich unbrauchbar.

Hach, die Seite hab ich vor Ewigkeiten schonmal angesehen und wußte den Link nicht mehr... :biggrin:
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