Alamannische Muster

Hier geht es um Bänder nach historischen Vorlagen. Wer hat Vorlagen, aus welcher Zeit gibt es welche Funde?

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Alamannische Muster

Beitragvon Cerid » 13.04.2006, 17:02

Erstellt am 10.01.2005 - 08:15

Hat jemand ne Ahnung, was die Alamannen so gewebt haben? Ich bräuchte dringend ne Einzugspatrone... *bettel*
Am besten wäre natürlich was aus dem Süddeutschen Raum um 700 n. Chr.
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Beitragvon Dachs » 13.04.2006, 17:03

Erstellt am 10.01.2005 - 11:36

Ich habe meine Unterlagen nicht hier, aber soviel spontan: Viel gibt es nicht.
An Techniken könnte ich spontan für Broschieren nennen. Aber auch beim Nachweiß von Broschierfäden ist nicht klar wie das Gewebe darunter war ....
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Beitragvon Aisling » 13.04.2006, 17:04

Erstellt am 14.01.2005 - 07:13

Tach!

Bei den Allemannen kann ich dir nicht so wirklich helfen, aber in Chelles/F gibt es Bortenfunde aus dem Jahre 680 und 704.

Einige Bilder findest du hier:

http://home.arcor.de/aisling/geschichte/geschichte.html

Und mit viel Glück bekommst du in der Bücherei deines Vertrauens über die Fernleihe das Buch 'Tresors de Chelles: Sepultures et Reliques de la reine Bathilde et de l'abbesse Bertille'. Es ist in französisch, aber die Bilder sagen eigentlich alles.

Tschüs

Aisling
Zuletzt geändert von Aisling am 13.04.2006, 20:31, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon N.R.U. » 13.04.2006, 17:04

Avhaline hat geschrieben:Erstellt am 17.01.2005 - 08:57

Hallole,

immer wieder kommt die Nachfrage nach alemannischen Mustern, im Alemannenkatalog ist die Rede von Bändern mit Goldfäden, jeder "weiß", daß die Alemannen brochiert haben.

Aber niemand kennt tatsächlich irgendwelche Funde, in keinem Museum wird man fündig, es gibt keine Veröffentlichung.

Stimmt es, daß man eigentlich effektiv nichts über das Brettchenweben der Alemannen hat?

Soviel ich mich im Moment erinnere, fand man in einem Grab Webbrettchen aus Bein/Knochen. Brettchenfunde sind ja für gewöhnlich DAS Indiz für Brettchenweberei.
Es gibt mehrere Bild/Gemälde aus merowingischer Zeit, auf denen man erkennt, daß die Ränder von Tuniken mit Borten, bzw. bortenähnlich (könnte auch Stickerei gewesen sein) verziert waren.

Mich wundert es immer wieder, daß man zwar Brettchen, jedoch keine Textilfunde hat. Vielleicht... haben die Alemannen gar nicht Brettchengewoben und die Grabbeigabe (Brettchen) war ohne tatsähliche Verwendung, nur ein "Souvenir"?

Weiß man ggf. etwas von Textilfunden bei Franken, Merowingern, ... in der selben Zeit?

Grüßlis. Angy.
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Beitragvon Cerid » 13.04.2006, 17:05

Erstellt am 20.01.2005 - 08:32

Ich glaube schon, daß es einige Funde geben MUSS *grins*
Zum Beispiel in Laichingen wurden ja auch viele Textilien gefunden, soweit ich weiß.
Das Problem ist glaube ich, daß die Forschungen im Alamannischen Bereich echt in den Kinderschuhen steckt. Ich glaube, außer Lauchheim ist nichts so richtig großartig archeologisch untersucht worden. Auf jeden Fall nicht in so großem Stil, oder?
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Beitragvon N.R.U. » 13.04.2006, 17:06

Avhaline hat geschrieben:Erstellt am 21.01.2005 - 12:32

Naja - Oberflacht ist auch noch gut untersucht - aber eher in Holztechnischer Hinsicht.

Ich muß bei Alemannen immer an einen Spruch denken, den meine Kollegin mal losgelassen hat...

Kennst Du Trossingen? Ist in den letzten Monaten wegen eines Leierfundes durch die Presse.

Aussage meiner Kollegin:
Früher stolperte man dauernd über irgendwelche Gräber. Da haben die Trossinger gefundene alemannische Särge als Schubkarren umgebaut. Billiges Baumaterial (Schwaben...), steinhart und stabil......

Was meinst Du, was alles gefunden - und vom Bauern untergegraben/gepflügt wurde....
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Beitragvon Aisling » 13.04.2006, 17:07

Erstellt am 22.01.2005 - 08:12

Tach!

Ich habe noch einen Fund aus der Allemannenzeit, der aber irgendwo in Russland gemacht wurde:

Von China nach Byzanz
Frühmittelalterliche Seiden aus der Staatlichen Ermitage St. Petersburg
ISBN 3925058338

Seite 67

Nr. 77 Borte
Gefunden in der Moscevaja Balka, 1974
Inv. Nr. KZ 6778
Länge: 28 cm
Breite: 0,8 cm
Leinen, Wolle

Brettchenweberei
Kette: 13 Brettchen mit je 2 beigefarbenen und 2 rotbraunen Wollfäden (s-Zwirn aus 2 Z-gedrehten Fäden) und 2 Brettchen mit je 4 Braunen Wollfäden (S-Zwirn aus 2 Z-gedrehten Fäden)
Schuß: Wolle, S-Zwirn au 2 Z-gedrehten Fäden, braun, 10-11 Fäden/cm

Die Borte zeigt, hell auf rotbraunem Grund, ein geometrisches Muster: In ein Wellenband sind, abwechselnd auf seiner rechten bzw. linken Seite, je drei kleine Rautenmotive eingefügt. Die Borte wurde wahrscheinlich als Besatz eines Gewandes verwendet, an einer Kante sind Nahtspuren erhalten.


Und aus 'Ecclesiastical...' habe ich ein Muster aus dem 8./9. Jhd. nachgewebt:

http://home.arcor.de/aisling/galerie/hi ... alter.html

Vielleicht hilft das ein wenig weiter.

Tschüs

Aisling
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Beitragvon Dachs » 13.04.2006, 17:07

Erstellt am 24.01.2005 - 12:23

Hallo Aisling,

ich kann mich irren, aber ist die Borte nicht 8./9. datiert? (also etwas später)

Das Bändchen ist sehr nett und vom Muster her dem Band aus Maasijk und dem schmalen Band aus dem Mammengrab (10. Jahrh.) sehr ähnlich.

Hast Du am WE Jörg mit der roten Tunika gesehen? Da ist das Band dran.

Wenn ich jemanden die Bilder zum einstellen mailen kann und Interesse besteht, kann ich das gern tun.
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Beitragvon N.R.U. » 13.04.2006, 17:08

Avhaline hat geschrieben:Erstellt am 24.01.2005 - 13:26

Bilder, Bilder...

Angy - derzeit im Borten- und Bilder-Sortier-Wahn

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Beitragvon Aisling » 13.04.2006, 17:08

Erstellt am 24.01.2005 - 22:02

@Dachs Ja, habe ich *grummel* Jetzt weiß ich, in welcher Farbe ich es garantiert nicht weben werde.

Ja, das habe ich gesehen, aber der mittlere Bandausschnitt hat eine frappierende Ähnlichkeit mit dem Band aus Chelles und wenn man auch noch die Borte aus Moscevaja Balka dazu legt, dann ist alles ein Mustertyp, obwohl es drei verschiedene Techniken sind

Da vermute ich, dass dieses Muster wohl 'typisch' für die damalige Zeit war, kann aber nur spekulieren, ob es auch bei den Alemannen verwendet wurde.

TSchüs

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