Stollentruhe

Schreinern, schnitzen, sägen, leimen - alles rund ums Holz

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Beitragvon Ingo » 01.09.2004, 17:22

Na das freut mich aber, dass Ihr Euch alle so freut

@ Sabine
Die Seitenteile sind (von den Stollen) verdeckt verzapft (stumpf angeschlagen), Nut und Feder wären dann die erwähnten 100 % - so sind es nur 95 %. So etwa sahen die Truhen Anfang des 12. Jahrhunderts aus. Ein paar Jahrzehnte später ist der kleine Truhenbauer dann zu (sichtbaren) Schwalbenschwanz-Eckverbindungen übergegangen - dies sind dann die etwas höheren Weihen der Tischlerkunst - da werde ich noch ein wenig üben und mich von einem meiner vielen Neffen (der lernt seit 2 Jahren Tischler) eingehend instruieren lassen.

Für die sicher vorhandenen Nachbau-Interessenten werde ich in den nächsten Tagen eine ausführliche Bauskizze (mit verschiedenen Ansichten und Maßen liefern) - wenn es gewünscht ist.

Für die vielen lobenden Worte möchte ich allen nochmals ganz doll danken

Allen noch einen schönen Tag

Edit: Die Bauanleitung geht es hier:
Bild

Dieser Beitrag wurde am 16.01.2005 - 00:27 von Ingo aktualisiert

Gruß, Ingo
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Beitragvon Gaby » 08.09.2004, 21:06

Hallo Ingo,
ich sollte wirklich öfter mal hier in die Holzarbeiten reinschauen.
Ich bin total hin und weg von deinen Künsten.
Da kann man ja echt nur vor Neid erblassen.
Ein gaaaaanz dickesLob an dich. Einfach fantastisch was du gebaut hast.
Habe Lothar schon alles gezeigt. Ich glaube, ich weiß schon was ich mir zu Weihnachten wünschen werde.Nochmals: toll was du alles kannst!!!!

Liebe Grüße und noch nen schönen Abend
Gaby


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Beitragvon Xia » 09.02.2006, 19:18

Hallo,

demnächst bastel ich mir mal eine Truhe zusammen. Handwerklich bin ich nicht unbegabt und fachmännische Hilfe habe ich auch, ich mach mir da kein Kopf drum

Aaaaber: "A" sind natürlich Vollholzplatten, aber ich hab da ein Problem: Im Gegensatz zu den allermeisten anderen Aktivisten hab ich niemanden, der mir beim Tragen der vollen Truhe helfen könnte, die aus Vollholz auch leer schon schwer genug ist. Und vom zweiten Stock runter zum Auto über eine ziemlich steile alte Treppe ...

Mein Vater und mein Onkel, Messebauer und Zimmermänner, meinten, ich solle Tischlerplatten verwenden, weil sie leichter wären als Vollholz. Das Argument das Vollholz authentischer ist, zieht bei ihnen nicht, sie sehn natürlich das praktische.

Was meint ihr Profis dazu? Macht die Gewichtsdifferenz soviel aus und sind Tischlerplatten für eine Truhe, die ab und an mal doch auf feuchtem Boden stehn muss geeignet und vor allem auch stabil, wenn sich fast 90 Kilo Lebendgewicht drauf rumdrücken?

Liebe Grüsse, Xia
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Beitragvon Claudia » 09.02.2006, 20:53

Was meinst Du mit "Tischlerplatte"? Preßspan, furniert oder nicht? Oder Leimholz?

Generell ist Vollholz leichter als alles, was zusammengeleimt wurde (gleiche Dicke und Holzart vorausgesetzt). Am schlimmsten vom Gewicht her ist Preßspan.

Wenn Du also nicht gerade eine Truhe aus 4 cm dickem Eichenholz haben willst, bist Du definitiv mit Vollholz vom Gewicht her am besten bedient. Da ergänzen sich "A" und "P"-Faktor prima :biggrin:
Man muß nur eine etwas leichtere Holzart nehmen.

Zum Truhenbauplan oben:
Der scheint mir doch sehr vereinfacht. Bei allen Frontstollentruhen, die ich bisher gesehen habe, war das Mittelteil zwischen den Stollen mit einer Feder in Nuten, die in die Stollen gearbeitet sind, eingelassen. Dann mit Holznägeln so vernagelt, daß diese durch Nut und Feder gehen (d.h, beides muß einigermaßen tief ausgearbeitet sein).
Dadurch spart man auch noch mal Holz und damit Gewicht.

Viel Erfolg beim Bauen!
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Beitragvon Xia » 09.02.2006, 21:16

Hallo Claudia,

Tischlerplatten ist kein Pressspan oder Leimholz, das sind dickere, "edlere" Sperrholzplatten, in der Holzbauindustrie finden sie stark Verwendung und die gibts von Buche über Kirsche bis Ebenholz funiert.

In der aktuellen Karfunkel ist eine Bauanleitung drin, die erscheint mir praktischer und auch in sich stabiler. Ich werde nur die Maße etwas abändern müssen, weil ich sie sonst nicht mehr ins Auto kriege ;-)

Aber Danke für den Tipmit dem Vollholz ;-)

Liebe Grüsse, Xia
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Beitragvon Claudia » 09.02.2006, 22:06

Ich hab mir eine kleine Truhe aus Vollholz gebaut. Bloß Kiefer, aber mit der Nut- und Feder-Technik (die Holznägel sind Eiche). Unbefüllt kann ich die Truhe allein noch tragen. Also so schlimm schwer ist sie nicht. Ich weiß nicht, ob Du bei den Spanplatten sooo viel Gewicht sparst - der Leim zwischen den Lagen wiegt ja auch...
Und besser aussehen tut Vollholz allemal.
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Beitragvon David » 09.02.2006, 22:39

Hallo Xia,

falls du es nicht schon kennst, besorg dir mal dieses Buch (vlt. leihen):

Von Stülpnagel, Karl Heinrich. Die gotischen Truhen der Lüneburger Heideklöster: Entstehung - Konstruktion – Gestaltung. Cloppenburg 2000

Meiner Meinung nach das Beste was es zur Zeit zu dem Thema gibt.

Hilft dir zwar bei deiner gewünschten "Hybridlösung" bezüglich des Materials nicht wirklich weiter, ist aber für jeden der sowas (aus was auch immer) nachbauen möchte eine Goldgrube.

Bei all der Diskussion und Rekonstruktion, muß man natürlich bedenken, das solche Truhen definitv nicht zum Transport gedacht waren. Sie wurden einmal an Ort und Stelle zusammengebaut, und da stehen sie (zum Glück) manchmal noch heute... :wideeyed:

Ich würde mir aus verschiedenen Gründen keine Frontstollentruhe ins Zelt stellen.

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Beitragvon Xia » 10.02.2006, 20:27

Hallo David,

darf ich fragen - warum nicht? Das Buch gibts bei Amazon grade nicht, kommt auf meine Leih-Liste.

Liebe Grüsse, Xia
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Beitragvon David » 10.02.2006, 20:44

Ja, ich glaube das Buch ist bereits vergriffen. Eine weitere Auflage scheint mir unwahrscheinlich.

Warum ich keine Truhe mitschleppen würde? Klar kannste fragen.

Truhen sind Inventar von Häusern und wirken m.M. in Zelten "unglaubwürdig". Es sei denn man stellt den König von Spanien dar...
:devil:

Zelte sind sowieso schon ein leider nicht immer vermeidbarer Kompromiß. Deshalb ist es mir gerade wichtig, daß wenigstens das Zelt und deren Einrichtung stimmig ist. Ich habe im Zelt nur Körbe und unseren Strohsack.

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Beitragvon Claudia » 10.02.2006, 21:06

Na ja, bei den meisten Veranstaltungen hat man eh eigentlich keinen Grund, im Zelt zu wohnen. Eigentlich wären die allermeisten Leute der dargestellten Stände nie mit Zelt unterwegs gewesen. Insofern halte ich ein Zelt als "Hausersatz" auch für legitim, solange man das sagt. Und dann geht's auch mal mit Truhe.
Unsere würde ich allerdings schon gerne mal ersetzen. Mein Laienprodukt ist nicht so ganz das, was ein erfahrener Tischler produziert hätte...

Und zum Gucken, obs ein vergriffenes Buch gebraucht gibt, ist http://www.findmybook.de/ ganz prima. Das sucht alle möglichen Anbieter durch, auch ZVAB, booklooker und viele andere. Hab da gerade das Farbenbuch von Ernst Ploch für nen annehmbaren Preis gefunden :biggrin:
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