Grapen oder Kugeltöpfe - Woher bekommt man Kochkeramik?

Die Darstellung der mittelalterlichen Lagerküche. Wie geht's am besten ohne moderne Plastik und Ketchupflaschen?

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Grapen oder Kugeltöpfe - Woher bekommt man Kochkeramik?

Beitragvon Flinkhand » 26.05.2008, 13:41

Da es im ursprünglichen Thema um Emaille ging, habe ich den bestehenden Thread abgeteilt und hier neu aufgemacht. Der ursprüngliche Beitrag von Christine beinhaltete folgende Frage und wurde dann wir unten weitergeführt:

Christine zu Wagenzelle hat geschrieben:Wo wir aber grad beim Thema sind - bin gerade beim recherchieren nach günstigen Bezugsquellen für Grapen oder Kugeltöpfe, Zeitraum Mitte 13. Jhd. (wir kochen nämlich momentan auch noch im Gulaschkessel *schäm)
Kann mir da jemand Adressen geben?

Danke
LG
Christine
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Beitragvon David » 26.05.2008, 16:20

@ christine: bei Keramiken ist die Region neben der Zeit immer sehr wichtig. Selbst innerhalb vom heutigen Deutschland variierte die Formensprache und das Material erheblich. Das wäre also noch eine wichtige Frage ;-)
Grundsätzlich ist es aber recht schwierig wirklich gute Keramikrepliken zu bekommen die auch funktionieren. Gas- oder Elektrobrand bspw. bringt ganz andere Ergebnisse als ein Brand mit Holzfeuer.

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Beitragvon Ramis » 26.05.2008, 18:33

Hallo,

ich lasse all meine Keramik bei einem befreundeten Töpfer machen, er macht sowohl Grubenbrand als auch Ofenbrandt und hat meist Repliken auf Lager, ansonsten fertigt er auch meines wissens welche nach Fundberichten an.
Wenn Interesse besteht kann ich die Telefonnummer gerne per PN weitergeben, Homepage hat er leider keine.
Eure Ramis

www.nordischwerk.de

Sag einem Klugen einen Fehler, er wird erfreut und dankbar sein. Ein Dummer sieht dich nur als Quäler und schnappt sofort beleidigt ein.
(Karl Heinz Söhler)
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Beitragvon Daniel » 26.05.2008, 19:32

@Carola: Bei Grapen haben wir noch nie Probleme mit Glut gehabt;)
Und wenn doch mal ein wenig Wind geht kann man tricksen....ein Holzbrettchen macht dem Grapen nach unserer Erfahrung nix und hindert Glut am eindringen;)
Und wenn schon, es hat noch keinen umgebracht.

wegen der guten Keramik: www.mittelalterkeramik.de kann ich uneingeschränkt empfehlen. Man sollte aber wie David schon erwähnt hat die dargestellte Region beachten.
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Beitragvon Sandra » 26.05.2008, 19:38

www.ma-keramik.de

Anna macht alles, was du willst und so authentisch wie du willst. Außerdem zu fairen Preisen. Am Besten ist allerdings hingehen und direkt mit ihr reden.
Liebe Grüße, Sandra

Geschichte besteht aus einem Haufen Lügen über Ereignisse, die niemals stattfanden, erzählt von Menschen, die nicht dabei waren. (George Santayana)
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Beitragvon Christine zu Wagenzelle » 26.05.2008, 19:39

Also was die Region angeht - Großraum Hannover.
Es gab hier vor einigen Jahren (in den 60ern glaub ich) bei Bauarbeiten einen großen Grubenfund, danach sind Scherben von Töpferwaren verschiedenster Regionen gefunden worden, die ins 13. Jhd datiert wurden. Die breite Mischung liess wohl darauf schliessen, dass einiges an Töpferwaren importiert wurde, nicht nur aus dem nahegelegenen Alfeld sondern auch Pingsdorfer Ware und die schwarze Keramik deren Name mir grad nicht einfallen will war dabei. Ich hatte schonmal bei Schnorr Keramik und bei Mittelalterkeramik geschaut. Hat mit den Sachen jemand Erfahrung? Letzterer verkauft ja in Tannenberg, da könnte man auch mal direkt schauen, reicht mir auch, wenn die Sachen zur nächsten Saison da sind.

@ Ramis, kannst mir die Telefonnummer ja mal schicken, fragen kostet ja nix.
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Beitragvon Christine zu Wagenzelle » 26.05.2008, 19:41

@ Sandra, dein Beitrag kam, während ich grad getippselt habe. Ich schaue mal, aber hingehen ist bissel weit :devil:
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Beitragvon David » 26.05.2008, 20:04

Großraum Hannover? Na da würde ich dir den Johannes Klett empfehlen. Der macht auch Brände im liegenden Ofen und nach Auftrag. Unsere Keramikformen (grob Harzvorland) unterscheiden sich quasi gar nicht von denen aus dem Raum Hannover. Leitkeramik ist hier im 13. Jh. natürlich die Kugelbodenkeramik (Kugeltöpfe und Kugelbodenkannen) im reduzierten Brand, sog. blaugraue Ware, oder Grauware.

Link zu Johannes Klett aus Fredelsloh: http://www.kunsttoepferei.de/

Im Museumsdorf Düppel gibts auch immer mal ein gutes Stück Grauware was für euch passen würde.

Noch was regionales zum Lesen:

Büscher, Annemarie. Die mittelalterliche Keramik der Altstadt von Hannover: Studien zu stadtgeschichtlichen Fragestellungen (Veröffentlichungen der Urgeschichtlichen Sammlung des Landesmuseums zu Hannover 46). Oldenburg 1996

Stephan, Hans-Georg. Die mittelalterliche Keramik in Norddeutschland (1200- 1500). In: Aus dem Alltag der mittelalterlichen Stadt. (Veröffentlichungen des Helms- Museums Hamburg, 40) 1983

Lobbedey, Uwe. Bemerkungen zum Tischgeschirr aus Keramik besonders des norddeutschen Raumes (1150- 1250). In: Zur Lebensweise in der Stadt um 1200, Ergebnisse der Mittelalterarchäologie (Zeitschrift für Archäologie des Mittelalters, Beiheft 4). Janssen/Steuer/Binding Hrsg. Köln 1986 S. 179 - 190


Gruß,
David
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Beitragvon Pilgerin » 28.05.2008, 08:46

[quote="Nylette"]..... mir liegt erstmal viel daran Spaß zu haben und mich nicht gänzlich zum Vollhorst zu machen. .....[quote]

Glaub mir... sich bei Hiller zum "Vollhorst" zu machen ist nicht so einfach!! :biggrin:

Du bist doch sicher letztes Jahr dort gewesen? Dann kenst Du ja den Hiller-Standard!?
Deine geposteten "Lagergegenstände" reichen für Hiller locker! ;-)
Ist nur die Frage ob sie Dir (auf Dauer) reichen. :question:

Meld Dich einfach mal bei uns dann klären wir Dich gerne über die
"Hiller-Anforderungen" auf.


Wir werden wahrscheinlich auch ein Bübu-Wochenende aufbauen.
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Beitragvon Kirsten » 28.05.2008, 12:30

Sind Kugeltöpfe auch aus Keramik? Wie unterscheiden die sich von Grapen?

Ich meine ich hätte in GNM in Nürnberg schonmal einen Bronze-Grapen gesehen. Die Unfähigkeit meines Hirnes solche Sachen mal länger als von hier bis zur Tür zu speichern, hat natürlich leider dazu geführt, dass ich keine Ahnung mehr habe, aus welcher Zeit der war. Weiß das eventuell jemand?

In dem Lager in dem wir als Gäste mitlagern, wird auch in den bekannten Emaille-Töpfen gekocht. Und die sind aufgrund der Größe der zu Bekochenden (um die 15 - 20 Personen beim letzten Mal) auch immer groß und gut gefüllt. Kann man solche Mengen mit Grapen eigentlich bewerkstelligen? Oder dann doch besser die genieteten Kessel?
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