Brauche hilfreiche Tipps für Museeumsreproduktion

Hier könnt Ihr alle Posts, die sich auf ein Kleidungsstück, Accessoire oder auf eine Epoche beziehen, posten. Bitte nennt das entsprechende Stück der Gewandung oder die Epoche nach Möglichkeit direkt im Titel beim Namen :o)

Moderator: Moderatoren

Brauche hilfreiche Tipps für Museeumsreproduktion

Beitragvon Nerdanel » 18.12.2011, 10:06

Hallöchen!

Ich fürchte, ich brauche mal eure Hilfe.
Ich bin schon einige Jahre in einer Gruppe für Gewandschneiderei. Anfangs haben wir nur Fantasygewandungen im Stil von Herr der Ringe genäht. Dann haben wir angefangen, LARPs zu organisieren, dann kam mittelalterliches Tanzen dazu und Lagern auf Märkten. Und so wandelte sich die Art des Schneiderns von Fantasy zu Mittelalter und Renaissance.
Jetzt ist ein Museum an uns heran getreten und hat uns den Auftrag für drei Reproduktionen erteilt, die im Kinder- und Familienmuseum ausgestellt werden sollen.
Tja, und wie das Leben so spielt, bekam ich eine Reproduktion davon aufs Auge gedrückt. :schwitz: Mein Problem ist jedoch, dass ich noch weit vom großen "A" entfernt bin, diesen Auftrag aber sehr ernst nehme. Darum wende ich mich hilfesuchend an euch. Kann mir vielleicht Jemand geeignete Lektüre empfehlen oder Tipps geben zu Form, Schnitt, Farben und Materialien?
Es handelt sich bei dem Auftrag um die Kleidung einer wohlhabenden Kaufmannswittwe um 1370-1380 aus Dortmund.

Wäre da eine Cotehardie angebracht?

Der Stoff braucht jedoch nicht handgewebt zu sein, da die Gewandungen leider nicht abgesperrt sondern für jeden zum Anfassen sein sollen :blink2: Das würde der Handgewebte wohl nicht lange überleben. Darum haben wir die Erlaubnis, maschinell hergestelltes Gewebe zu verwenden.

Freue mich auf eure Hilfe.

LG, Nerdanel.
Benutzeravatar
Nerdanel
Magd / Knecht
Magd / Knecht
 
Beiträge: 14
Registriert: 01.07.2011, 20:20
Wohnort: Dortmund

Beitragvon Janka » 18.12.2011, 14:00

Ich kann dir jetzt nix direkt für Dortmund und für die Darstellung bieten aber dann doch eher was ungefähr in der Zeit getragen wurde.

http://www.de-nobile-sanguine.de/1390/s ... index.html
http://www.diu-minnezit.de/

Material:
http://www.naturtuche.de/

Das sind tolle Sachen und da gibt es noch einen Online Ebay Shop den werde ich noch raussuchen, die Dame hat auch immer tolle Sachen da.
Für Schnitt und Co.
Mittelalterliches Schneidern Historische Alltagskleidung zwischen 1200-1500 selbst gemacht von Sarah Thursfield
UUUUnd die Flinke hat das auch in ihrem Shop

Vielleicht sind da ja doch Anregungen dabei die du nutzen kannst.
LG
Janka
Was nicht passt wird passend gemacht.

Meine Wichtelhinweise

Wollschnüfflerblog
Janka
Freifrau / Freiherr
Freifrau / Freiherr
 
Beiträge: 412
Registriert: 12.05.2008, 16:17
Wohnort: Ralston Alberta Kanada

Beitragvon Janka » 18.12.2011, 21:04

LG
Janka
Was nicht passt wird passend gemacht.

Meine Wichtelhinweise

Wollschnüfflerblog
Janka
Freifrau / Freiherr
Freifrau / Freiherr
 
Beiträge: 412
Registriert: 12.05.2008, 16:17
Wohnort: Ralston Alberta Kanada

Beitragvon Nerdanel » 20.12.2011, 11:04

Danke für die vielen Links. Habe mich da mal durchgewühlt und denke, dass ich mit einer Cotehardie gar nicht so falsch liege.

Jedoch bin ich mir nicht sicher bezüglich des Schnittes. Auf der Seite von De nobile Sanguine wurde das Kleid nach dem Schnitt des Herjolfsness Nr.38 genäht, jedoch habe ich auch schon Schnitte gesehen, wo die Geren lediglich bis zur Hüfte gingen und nicht bis unter den Arm. Da Grönland ja nun auch ein bißchen was von Dortmund entfernt ist, frage ich mich nun, welcher Schnitt wahrscheinlicher war in dieser Region.

LG, Nerdanel.
Benutzeravatar
Nerdanel
Magd / Knecht
Magd / Knecht
 
Beiträge: 14
Registriert: 01.07.2011, 20:20
Wohnort: Dortmund

Beitragvon Mohyra » 20.12.2011, 12:04

Da die Kleidung zu der Zeit doch mittlerweile recht Körperbetont war, sind Geren bis unter den Arm eher unwahrscheinlich. Auch eine gute Umsetzung und einen hilfreichen Anhaltspunkt der Cotehardie findest du hier: http://www.diu-minnezit.de/indexfrm.php?tid=3
Mohyra
 

Re: Brauche hilfreiche Tipps für Museeumsreproduktion

Beitragvon Klara » 20.12.2011, 12:55

OT:

Nerdanel hat geschrieben:
Der Stoff braucht jedoch nicht handgewebt zu sein, da die Gewandungen leider nicht abgesperrt sondern für jeden zum Anfassen sein sollen :blink2: Das würde der Handgewebte wohl nicht lange überleben. Darum haben wir die Erlaubnis, maschinell hergestelltes Gewebe zu verwenden.


Ich vermute mal, das Museum will nicht für die Arbeit des Handspinnen und -webens zahlen (was ich durchaus verstehe). Denn selbstverständlich wäre gut gemachte Handarbeit mindestens (!) genauso strapazierfähig wie maschinell hergestelltes Gewebe - oder meint das Museum, die Leute damals hätten sich alle paar Wochen neue Klamotten geleistet?

Ciao, Klara
Klara
Freifrau / Freiherr
Freifrau / Freiherr
 
Beiträge: 470
Registriert: 29.12.2005, 11:38

Beitragvon Janka » 20.12.2011, 16:56

Das kommt auf die Machart der Gere an, wenn das eine Keilgere ist dann bekommt man natürlich keinen Körperbetonten Schnitt hin, aber es gibt doch auch Geren die bis unter die Achsel gehen und trotzdem enganliegend sind. Oder auch nur eine einzelne Gere die bis oben hin geht.

Anregungen findet man in dem Link Cottesimple dort findet man eine ganz tolle bebilderte Anleitung Step by Step.
Ein Schnitt ohne Gere enganliegend
http://www.cottesimple.com/fem_silhouet ... ved_1.html
LG
Janka
Was nicht passt wird passend gemacht.

Meine Wichtelhinweise

Wollschnüfflerblog
Janka
Freifrau / Freiherr
Freifrau / Freiherr
 
Beiträge: 412
Registriert: 12.05.2008, 16:17
Wohnort: Ralston Alberta Kanada

Beitragvon Mohyra » 20.12.2011, 17:08

Janka hat geschrieben:Anregungen findet man in dem Link Cottesimple dort findet man eine ganz tolle bebilderte Anleitung Step by Step.
Ein Schnitt ohne Gere enganliegend
http://www.cottesimple.com/fem_silhouet ... ved_1.html


Da das aber für ein Museum sein soll, wohl eher unpassend...
Mohyra
 

Beitragvon Janka » 20.12.2011, 17:21

es ist aber einfacher erstmal einen Grundschnitt zufertigen an dem man sich austoben kann ohne sich gleich den guten Stoff zu verhunzen.Und ein Gefühl dafür zu bekommen.
Bei Diu Minnezeit denke ich mal haben die auch nicht auf Teufel komm raus geschnippelt sondern sich einen passenden Schnitt gefertig mit dem sie Arbeiten können. Wie sonst sollte denn der Körperbetonte Schnitt entstanden sein?
Das gleiche habe ich bei meinen Kleid gemacht, erst einen Grundschnitt der angenehm anliegend ist, dann die passenden 4 Geren je Seite eingebaut und auf billigem Stoff Probe zugeschnitten und anprobiert um Änderungen machen zukönnen.
LG
Janka
Was nicht passt wird passend gemacht.

Meine Wichtelhinweise

Wollschnüfflerblog
Janka
Freifrau / Freiherr
Freifrau / Freiherr
 
Beiträge: 412
Registriert: 12.05.2008, 16:17
Wohnort: Ralston Alberta Kanada

Beitragvon Mohyra » 20.12.2011, 18:01

Stimmt, mach auch Sinn, jedesmal das Rad neu zu erfinden...
Mohyra
 

Nächste

Zurück zu Rund um die Gewandung

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 0 Gäste