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Begriffe aus der Weberei

Zum besseren Verständnis, worüber auf diesen Seiten gefachsimpelt wird, habe ich hier eine Liste von Begriffen aus der Weberei im Allgemeinen und der Brettchenweberei im Speziellen zusammengetragen. Hier kannst du nachsehen, wenn dir der ein oder andere Begriff noch schleierhaft ist.

Fach

Das Fach wird durch die straffen Kettfäden gebildet und bezeichnet die Öffnung, die zwischen den nach oben und unten laufenden Fäden entsteht. Ein “sauberes” Fach entsteht durch Hin und Herschieben des Brettchenstapels.

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Kette

Als Kette bezeichnet man die Summe der durch die Brettchen aufgezogenen oder geschärten Fäden. Die Kette besteht normalerweise aus vier Kettfäden je Brettchen, wobei es bei manchen Techniken auch Ausnahmen gibt. Generell unterscheidet man Kette und Schuß (siehe Schußfaden), wobei die Kette vor dem Webvorgang geschärt wird, während der Schuß beim Weben entlang der Kette hin und hergefährt wird.

Kettfaden

Jeder Faden, der durch ein Loch in einem Brettchen gefädelt wird, ist ein Kettfaden. Alle Kettfäden zusammen bilden die Kette.

Musterbrief und Schärbrief

Der Musterbrief beinhaltet alle Informationen, die für das Weben eines Musters relevant sind, der Schärbrief eigentlich nur die Informationen, die zum Schären der Kette benötigt werden. Beide Begriffe sind gebräuchlich.

Bei Einzugsmustern finden wir hier Angaben zur Farbverteilung auf die einzelnen Löcher der Brettchen, auf die Anzahl der zu verwendenen Brettchen und auf die Schärrichtung jedes Brettchens.

Da bei allen anderen Techniken die Farbverteilung für jedes einzelne Brettchen genau gleich ist, verzichtet man hier normalerweise auf diese Angaben. Stattdessen beinhalten diese Musterbriefe Informationen zu den Drehrichtungen der einzelnen Brettchen pro Weibreihe. Zusätzlich ist es möglich, in Musterbriefen Angaben zur Schärrichtung der Brettchen einzufügen, was aber nicht immer gemacht wird. Fortgeschrittene Weber finden sich normalerweise auch ohne diese Angaben schnell zurecht.

Schären

Das Aufziehen der Kettfäden durch die Löcher der einzelnen Brettchen nennt man schären. Es dient der Vorbereitung der Kette für den eigentlichen Webvorgang.

Schärrichtung

Die Richtung, in der ein Kettfaden durch das Brettchen gezogen (also geschärt) wird, nennt man Schärrichtung. Diese ist wichtig, da sie ein gegebenes Muster völlig verändern kann, je nachdem, wie geschärt wird. Denn im Gegensatz zu anderen Webtechniken zeichnet sich die Brettchenweberei dadurch aus, daß die Kettfäden beim Webvorgang durch die Drehung der Brettchen miteinander verzwirnt werden und dementsprechend eine “Verlaufsrichtung” aufweisen, wie sie auch bei einem gezwirnten Faden entsteht. Es gibt zwei Schärrichtungen:

S-Scharung.jpg Z-Scharung.jpg

Für das Verständnis von und über die Bewandnis von S- und Z-Schärung habe ich hier einen recht ausführlichen Artikel geschrieben.

Artikel erstellt: 18.03.2007 Author: Flinkhand
Artikel geändert: 18.03.2017 Author: Flinkhand
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