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Hilfsstoffe

In der Färberei kann man sich einiger Hilfsstoffe bedienen, die durchaus interessante Ergebnisse erzielen können. Es gibt hier Beizmittel, Entwickler und andere Zusatzstoffe, mit denen man arbeiten kann. Manche sind völlig harmlos, andere hingegen giftig. Ich persönlich habe für mich beschlossen, auf hochgiftige Stoffe in der Färberei zu verzichten, weil sie die Umwelt unnötig belasten und man auch so sehr schöne Farben erzielen kann. Hier nun eine Auflistung der wichtigsten Hilfsstoffe:

Alaun

Alaun oder auch Kalialaun ist ein Salz, das auch in der Natur vorkommt. Es sieht aus wie grobkörniges Salz und ist völlig ungiftig. Es wird übrigens auch zum Reinigen von Abwasserrohren verwendet und kann auch deshalb bedenkenlos dem Abwasser im Haushalt zugeführt werden. Alaun ist das meistbenutzte Beizmittel beim Färben mit Pflanzenfarben. Man braucht ungefähr 15 Gramm davon auf 100 Gramm Färbegut. Wie das Beizen mit Alaun vor sich geht, ist in der Sektion Vorbeize genau beschrieben.

Chromalkali

Nur der Vollständigkeit halber möchte ich hier kurz Chromalkali nennen, das ich selbst nicht verwende, weil es ein hochgiftiges Schwermetall ist. Es gilt als Beizmittel und macht Farben länger haltbar.

Eisensulfat

Eisensulfat wird auch Eisenvitriol genannt. Diese türkisfarbenen Kristalle sind nicht sehr schädlich für die Natur - sie werden u.a. zur Reinigung von Wasser und als Unkrautvertilger verwendet. In der Färberei ist Eisensulfat ein wichtiger Entwickler, der viele Gelbtöne dunkler macht, so daß Grün oder auch Braun entsteht. Man braucht nur eine ganz geringe Menge davon, weil es sehr stark wirkt. Es sollte nur messerspitzenweise beigefügt werden.

Essigessenz

Essigessenz bekommt man im Supermarkt. Es handelt sich um verdünnte Essigsäure, die in der Färberei zur Fixierung der Farbe verwendet wird. Bei manchen Farben kann man hiermit auch eine Farbänderung erreichen. Außerdem kann man mit Essigessenz auch Farbänderungen, die mit Pottasche erzielt wurden, rückgängig machen.

Kupfersulfat

Kupfersulfat oder auch Kupfervitriol macht die Farben wärmer, im Gegensatz zu Eisensulfat, das die Farben kälter macht. Es ist ein leuchtend hellblaues klumpendes Pulver, das als Entwickler auch nur messerspitzenweise beigefügt wird. In diesen geringen Mengen ist es für die Natur auch nicht schädlich.

Pottasche

Pottasche oder Kaliumcarbonat findet u.a. in der Weihnachtsbäckerei seine Anwendung und ist ungiftig. Es wirkt basisch und wird zum Beizen und auch zum Nuancieren in der Färberei verwendet und kann bei manchen Farbstoffen völlig neue Farbtöne hervorbringen. Mit Essig kann man diese Nuancierungen auch wieder rückgängig machen.

Weinsteinrahm

Weinsteinrahm (nicht zu verwechseln mit Weinsäure!) ist ein altbekanntes Hilfsmittel, das die Farben vor allem bei Rotfärbungen (z.B. mit Krapp) leuchtender macht. Weinstein ist eine Substanz, die sich beim Keltern von Wein oben am Rand absetzt. Er ist unter anderem in Backpulver enthalten und entsprechend ungiftig.

Weinsteinsäure

Weinsteinsäure ist im Gegensatz zu Weinsteinrahm nicht ganz ungefährlich. Man bekommt es u.a. in Apotheken. Es wird ansonsten z.B. für die Herstellung von Knete verwendet. In der Pflanzenfärberei kommt Weinsteinsäure vor allem beim Färben mit Cochenille zum Einsatz.

Artikel erstellt: 18.03.2007 Author: Flinkhand
Artikel geändert: 18.03.2017 Author: Flinkhand