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Kleiner Filzkurs Teil 2

von Cerid Dieterle, Waiblingen 2006

Teil 2 des kleinen Filzkurses

Das Filzen kann beginnen

Ich erkläre das Filzen nun Schritt für Schritt am Beispiel einer kleinen Tasche mit Überschlag. Dazu muss ich noch sagen, dass es viele Möglichkeiten zur Herstellung eines Filzstücks gibt. Jeder Filzer hat so seine eigenen Methoden und viele Wege führen nach Rom.

Der Filzprozess ist ein Schrumpfvorgang der Wolle. Je nach Wollsorte schrumpft die ausgelegte Wolle 30 bis 60 %. Das muss man beim Filzen berücksichtigen. Denn die Schablone muss dann so groß zugeschnitten werden. Wenn man es ganz genau wissen will, dann muss man eine Filzprobe mit der gewählten Wolle machen.

Wir schneiden uns also eine Schablone aus Luftpolsterfolie aus. Diese Folie wird wie ein Trennmittel fungieren und verhindern, dass sich das Vorderteil der Tasche mit dem Hinterteil verbindet. Diese Art von Filzen nennt man Hohlraumfilzen. Man muss dabei beachten, dass man die Folie nach oben hin lang lässt. Denn unsere Tasche soll ja einen Überschlag bekommen.

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Ich möchte in den Überschlag der Tasche eine kleine Spirale einfilzen. Dafür muss ich einen Vorfilz fertigen. Aus diesem Vorfilz kann ich dann die gewünschte Spirale ausschneiden. Der Vorteil beim Arbeiten mit Vorfilz ist, dass das gewünschte Muster scharfe Konturen hat und beim Einfilzen auch behält.

Zum Erstellen eines Vorfilzes muss man zwei dünne Schichten in der gewünschten Farbe auslegen und nur ganz kurz anfilzen. Denn wenn ein Filzstück zu stark angefilzt ist, dann verbindet es sich später nicht mehr mit dem anderen Filz der Tasche.

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Also legen wir zwei Schichten der Wolle dünn aus. Und zwar dachziegelartig übereinander und quer zueinander. Das gewährleistet, dass die Wollfasern sich gut verbinden können.

Den Vorfilz lässt man am Besten kurz trocknen, denn dann lassen sich Muster prima ausschneiden.

Zuerst müssen wir bei unserer Tasche das Muster auslegen, dass später Außen sichtbar sein wird. Man könnte die Tasche auch erst von der anderen Seite aus legen - aber dann muss man das noch sehr instabile Filzstück bald darauf komplett wenden. Das ist für einen Anfänger oft nicht so einfach und dabei könnte die ganze Arbeit zunichte gemacht werden. Deshalb gehen wir hier so vor…

Also erst mal das Muster auslegen. Ich habe hier die rote Spirale aufgelegt und darüber hauchdünn einige Seidenfasern. An den Rändern der Tasche habe ich noch ein paar dünne gelbe Wollfasern ausgelegt. Beim Auslegen sollte man immer die Größe unserer Schablone im Auge haben. Die Fasern müssen so ausgelegt werden, dass sie in innerhalb von unserer Schablone liegen.

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Hier sieht man das fertig ausgelegte Muster. Oben in der Mitte die Spirale mit den Seidenfasern, die später auf dem Überschlag der Tasche zu sehen sein wird.

Nun können wir mit dem Auslegen der Wolle beginnen. Dies geschieht Dachziegelartig wie oben beim Vorfilz beschrieben. Wir ziehen kleine Stücke Wolle aus dem Kardenband und legen die Wollfasern aus.

Aber diesmal benötigen wir vier Schichten! Nicht vergessen… die Größe der Schablone immer im Auge behalten. Die Grundfarbe der Tasche sollte so ausgelegt werden, dass an allen Seiten die Wolle etwas übersteht. Also später über den Rand der Folienschablone herausschaut.
Es sollten schon so 3 - 4 cm sein.

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Für die bessere Übersicht kann man die Schablone immer mal wieder auflegen. So in etwa sollte das dann aussehen. Die Schablone sollte ganz oben über die ausgelegte Wolle überstehen. Denn dort ist unser Überschlag.

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Wenn wir die vier Schichten Wolle ausgelegt haben und die Größe überprüft haben, dann nehmen wir die Schablone wieder weg und legen sie erst mal zur Seite. Die ist später dran.

Wir bedecken die gesamte ausgelegte Wolle jetzt vorsichtig mit dem Fliegengitter oder der Gardine, damit nichts mehr verrutschen kann.

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Artikel erstellt: 18.03.2007 Author: Flinkhand
Artikel geändert: 18.03.2017 Author: Flinkhand
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