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Anlegetechnik

Die Anlegetechnik basiert auf der Arbeit mit zwei Fäden: einem dickeren Faden, der praktisch auf den Stoff gelegt wird, und einem feineren Faden, mit dem der Dickere auf den Stoff genäht wird. Man unterscheidet zwischen der einfachen Anlegetechnik und der versenkten Anlegetechnik, die vor allem für das Opus Anglicanum typisch ist.

Häufig wurde sehr teures Material wie Goldlahn, Silberlahn und Seide bei der Herstellung von diesen Stickereien verwendet. Viele Arbeiten in dieser Technik sind durch die Kirche erhalten geblieben. So findet man zum Beispiel Meßgewänder und Chormäntel aus dem 14. Jahrhundert in den Museen, auf denen die feine und edle Verarbeitung noch heute zu sehen ist.

Einfache Anlegetechnik

Der dicke Faden, der in der Regel ein Silber- oder Goldfaden ist, wird zunächst auf den Stoff gelegt. Nun wird ein feiner Faden (z.B. aus Seide) als Überfangfaden verwendet und wie in der Abbildung hier rechts zum Befestigen des dicken Fadens auf dem Stoff benutzt. Deutlich zu sehen ist, wie der Überfangfaden auf der Oberfläche den Anlegefaden hält.

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Versenkte Anlegetechnik

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Die vor allem in der Blütezeit des Opus Anglicanum verwendete versenkte Anlegetechnik unterscheidet sich von der oben genannten einfachen Anlegetechnik dadurch, daß der Anlegefaden im wahrsten Sinne des Wortes im Stoff “versenkt” wird. Er wird also mit dem Überfangfaden durch den Stoff auf die Rückseite gezogen.

Auf der Vorderseite sieht man also den Überfangfaden nicht; es sieht eher nach einer Reihe einzelner mit dem Anlegefaden gearbeiteter “Stiche” aus. Der Überfangfaden wird so angebracht, daß er in jeder zweiten Reihe versetzt erscheint. Es ergibt sich also eine "Mauersteinstruktur".

Artikel erstellt: 18.03.2007 Author: Flinkhand
Artikel geändert: 18.03.2017 Author: Flinkhand
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