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Spinnen am Spinnrad Teil 2

Am Anfang wird dir wahrscheinlich noch öfter der Faden reißen und der Drall wird noch nicht so sein, wie du dir das vorstellst. Außerdem ist deine Spule bestimmt bald voll.

Drall kontrollieren, Faden neu ansetzen

Video zum Thema "Anspinnen"Es braucht Übung, bis der Faden gleichmäßig wird und so viel Drall hat, wie du es möchtest. Hier im Video zeige ich dir ein paar Tricks, wie du den Drall im Faden kontrollieren kannst und wie du einen Faden neu ansetzt, wenn er dir mal gerissen ist.

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Fäden verzwirnen

Wenn du zwei Spulen vollgesponnen hast, geht es ans Verzwirnen. Das heißt, dass die beiden Einzelfäden auf deinen Spulen jetzt zu einem zweifädigen Garn zusammengedreht werden. So wird dein Garn stabil und ausgeglichen (wenn du ein wenig Übung hast).

Als erstes steckst du die beiden vollen Spulen in deinen Spulenhalter, der auch Lazy Kate genannt wird. Eine dritte, leere Spule packst du auf dein Spinnrad. (Deshalb sind standardmäßig auch immer 3 Spulen bei neuen Spinnrädern im Lieferumfang dabei). Die leere Spule versiehst du wie üblich erstmal mit einem Anspinnfaden. Dann kann es losgehen.

Genauso wie vorher beim Spinnen läßt du jetzt die beiden einzelnen Fäden zusammen ins Rad reinlaufen, wobei du das Rad jetzt, und das ist ganz wichtig, gegen den Uhrzeigersinn laufen läßt.


Eigentlich muß man nur auf zwei Dinge achten: Dass der Drall stimmt und dass die beiden Fäden immer etwas unter Spannung stehen, damit sie sich nicht in sich hochdrehen und Schlaufen drehen, bevor sie verzwirnt werden. Schau es dir am besten einfach an.

Auch hier kommst zu beim Anklicken des Bildes zum Video!

Das Haspeln

Video zum Thema "Anspinnen"Sobald deine Spule voll ist mit gezwirntem Garn, lockerst du einfach die Spannung des Antriebsriemens, der Spulbremse oder der Flügelbremse (je nachdem, was für ein Rad du hast) und fischst dir das Fadenende von der Spule. Die Spule selbst kannst du auf dem Spinnrad drauflassen.

 

 

 

Damit sich der Drall auf dem frisch gesponnen Garn ein wenig verteilt und damit du dein Garn gleich noch baden kannst, wickelst du es nun auf eine Haspel. Ich finde Kreuzhaspeln wie hier im Video super. Die sind erstens nicht so teuer und brauchen zweitens auch nicht so viel Platz. Du kannst aber auch eine Schirmhaspel oder eine Standhaspel nehmen, wenn du möchtest. Ich zeige im Video, wie man einen Strang auf eine Kreuzhaspel wickelt.

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Nachbehandlung

Du hast jetzt deinen ersten Wollstrang in der Hand - cool oder?


Den nimmst du jetzt und legst ihn in eine Schüssel mit lauwarmen Wasser und einem Schuß Wollwaschmittel (oder Shampoo oder was du gerade zur Hand hast). Laß ihn so lange im Wasser, bis er sich komplett mit Wasser vollgesogen hat.

Nun spülst du ihn kurz unter klarem Wasser aus und drückst das Wasser raus. Leg ihn einmal um deine beiden Hände und zieh die Hände ruckartig auseinander, so dass der Strang straff gezogen wird.

Jetzt gibt es mehrere Möglichkeiten:

Du kannst den Strang einmal kräftig gegen die Wand oder gegen die Badewanne schlagen. So stellen sich die feinen Häärchen auf und die Wolle wird etwas fluffiger. Das klappt aber auch nicht bei allen Wollqualitäten. Probiere es aus und entscheide selbst, ob es deiner Wolle einen Vorteil bringt.

Der feuchte Strang muß jetzt nur noch trocknen. Hier kommen wir an den Punkt einer weiteren typischen Streitfrage unter Spinnern: Das beschweren der Wolle durch Gewichte.

Es gibt Spinner, die die hängen an ihren feuchten Wollstrang noch irgendein Gewicht unten dran, z.B. mit Hilfe eines Bügels. So wird der Wollstrang schön glatt, selbst wenn beim Spinnen oder beim Zwirnen zu viel Drall in die Fasern gelangt ist.

Ich mache das nicht. Mein Gegenargument zu dieser Behandlung lautet: Wenn ein Garn später verwebt oder verstrickt wird, wird es irgendwann auch gewaschen. Und dann hängt kein Gewicht dran, und die Wolle zieht sich wieder so zusammen, wie sie gewesen wäre, hätte beim ersten Trocknen kein Gewicht an ihr gehangen. Das kann zur Folge haben, dass sich die gesamte Strick- oder Webarbeit nach dem Waschen verzieht, und das wäre doch schade.

Aus diesem Grund halte ich es für viel wichtiger, schon beim Spinnen immer wieder den Drall wie oben beschrieben und wie in den Videos gezeigt zu kontrollieren, und es von Anfang an so richtig wie möglich zu machen. Dann braucht man am Ende auch keine Gewichte und kann seinen Garnstrang einfach irgendwo zum Trocknen hinhängen.

 

Artikel erstellt: 15.03.2016 Author: Flinkhand
Artikel geändert: 18.03.2017 Author: Flinkhand