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Von Wirteln und Übersetzungen

Wenn du ein modernes Spinnrad hast, dann hat das Rad unterschiedliche Übersetzungen, das heißt mehrere Wirtel, über die dein Antriebsriemen gelegt werden kann.

Angucken ist vielleicht noch einfacher als lesen

Video zum Thema "Wirtel und Übersetzungsraten"Deshalb habe ich ein Erklärvideo zu den einzelnen Wirteln und Übersetzungen gemacht, das dir vielleicht weiterhilft.

Wenn du auf das Bild klickst, kommst du zum YouTube Video!

Wirtel in unterschiedlichen Größen

Egal ob du ein einfädiges oder ein zweifädiges Rad hast, moderne Räder haben immer mehrere Übersetzungsraten, das heißt, größere und kleinere Wirtel.

Von vielen Leuten habe ich gehört, dass sie einen "Lieblingswirtel" haben, auf dem sie eigentlich immer spinnen, einige haben die anderen Wirtel noch nie ausprobiert, weil "es ja auch so gut funktioniert".

Das finde ich schade, weil es so dazu kommt, dass die ganze Palette an Möglichkeiten, die ein Spinnrad bietet, oft gar nicht ausgeschöpft wird. Spinnräder sollen doch alle Arten von Garnen von Lacegarn bis zu dicker Web- oder Strickwolle alles bieten, was die Weiterverarbeitung (Stricken, Weben, Häkeln oder was-auch-immer) begehrt. Deshalb möchte ich dich dazu ermuntern, dein Spinnrad mal in Ruhe auszuprobieren.

Dazu reicht ein ganz einfacher Test, den du jederzeit machen kannst: Spinn einfach ein paar Meter auf jedem Wirtel, den du hast. Nach ein paar Metern, verzwirne dein Garn. Dann nimm den nächsten Wirtel, spinn wieder ein paar Meter und verzwirne dann das auch dieses Garn. Achte beim Spinnen darauf, dass du das Garn so spinnst, wie es dir mit dem Wirtel am natürlichsten erscheint, lass dich also von deinem Rad leiten und füttere es so, wie es sich anbietet.

Ich habe das (siehe Bild hier oben) mit meinem Kromski Symphonie gemacht und - zusätzlich zu den beiden Standardwirteln - auch noch den Jumbowirtel dazugenommen. Die Ergebnisse sind total unterschiedlich, obwohl ich nichts anderes gemacht habe als sonst auch immer. Gleiche Tretgeschwindigkeit, gleiche Faser, gleiches Spinntempo aber anderer Wirtel. Und allein dadurch entstehen ganz unterschiedlich dicke Garne.

Probiere es mal aus, du wirst überrascht sein, was alles geht.



Übersetzungraten

Was sind denn überhaupt diese Übersetzungsraten und wie berechnet man die?

Im Grunde ganz einfach: Die Übersetzungsrate benennt man immer x:1 wobei x die Anzahl der Drehungen des Flügels ist, während 1 die Anzahl der Drehung(en) des großen Schwungrads ist. Man mißt also, die Anzahl Umdrehungen des Spinnflügels, während sich das Schwungrad einmal dreht.

Wenn du die Übersetzungsrate deines Rades mit einem Wirtel nicht kennst, nimm ein kleines PostIT, klebe es an dein Schwungrad und dreh es genau eine Runde. Dabei zählst du, wie oft sich der Spinnflügel dabei um die eigene Achse dreht. Und dann hast du es.

Alle Übersetzungsraten unter 10:1 sind ziemlich langsam und eignen sich vor allem für dickere Garne. Zwischen 10:1 und 15:1 bekommt man locker mittlere Garnstärken raus, und bei über 15:1 wirds schon richtig schön dünn.

Das liegt daran, dass jede Umdrehung des Spinnflügels Drall in den Faden bringt. Mehr Umdrehung heißt mehr Drall, und mehr Drall heißt dünnerer Faden (denn für dünnere Fäden braucht man mehr Drall als für Dicke).

Ich kann dir nur ans Herz legen, das mal in Ruhe zu probieren. Du wirst den Unterschied merken, versprochen.

Artikel erstellt: 19.07.2016 Author: Flinkhand
Artikel geändert: 18.03.2017 Author: Flinkhand
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