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Färben mit Pflanzenfarben

 

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Wenn man sich erstmal eine Weile mit Wollverarbeitung und dem Spinnen von Fasern jeglicher Art beschäftigt hat, kommt man früher oder später auf die Idee, die Wolle oder anderes Material auch färben zu wollen.

Im Mittelalter gab es bereits eine große Auswahl an Färbepflanzen oder tierischen Produkten, die zum Färben von Textilien verwendet wurden. Wer sich streng an die damaligen regionalen Gegebenheiten halten und nur solche Komponenten benutzen möchte, die es auch zu dieser Zeit in unseren Gefilden gab (oder deren Import zumindest möglich war), kann sich relativ einfach informieren, denn man kann davon ausgehen, daß meist nur solche Färbemittel verwendet wurden, die auch regional in der Natur vorkommen oder in Regionen, zu denen Handelsbeziehungen existierten.

Spätestens seit Karl dem Großen (um 800 n.Chr.) wurden einheimische Färbepflanzen verstärkt in Europa kultiviert. So befahl Karl den Anbau von Färberwaid und Krapp in den Gärten und trug dazu bei, daß diese Pflanzen, die allerdings heute fast völlig an Bedeutung verloren haben, seit dem frühen Mittelalter vermehrt angebaut wurden.

Durch das gesamte Mittelalter hindurch war Waid (lat. Isatis tinctoria) der meistverwendete Blaufärber und die Wurzel des Krapp (lat. rubia tintorum) lieferte den begehrten roten Farbstoff.

Für gelbe Färbungen verwendete man überwiegend Wau (lat. reseda luteola).

Dazwischen findet man eine sehr große Auswahl an Pflanzen, die weitere Erdfarben von gelb bis braun liefern.

Daß dies im Mittelalter ausschließlich mit Komponenten geschah, die in der Natur vorkommen, versteht sich von selbst. Und mal abgesehen von der Tatsache, daß chemische Farben die Umwelt belasten, ist es auch faszinierend zu sehen, wie man der Natur ein weites Spektrum wunderschöner Farben entlocken kann. Wie das genau funktioniert, wird auf diesen Seiten anhand einiger Färbeexperimente beschrieben.

Was man zum Färben braucht, wo man es herbekommt und wie das Färben selbst vor sich geht, wird hier anhand von ein paar Beispielen erklärt. Ich muß an dieser Stelle gleich betonen, daß meine Kenntnisse in bezug auf chemische Reaktionen so gut wie nicht existent sind und ich daher auch nichts über den naturwissenschaftlichen Teil der beim Färben erfolgenden bio-chemischen Reaktionen berichten kann. Dafür gibt es aber gute Bücher über das Färben mit Pflanzenfarben, die auch durchaus lesenswert sind und die ich nur empfehlen kann.

Ich bin aber auch der Meinung, daß man eigentlich nur ein paar grundsätzliche Dinge beachten muß und dann ganz viel selbst ausprobieren sollte - so macht es am meisten Spaß!

Artikel erstellt: 22.03.2007 Author: Flinkhand
Artikel geändert: 18.03.2017 Author: Flinkhand
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