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Fingerloop

Kordeln in alter Manier selbst gemacht

Kordeln können für vielerlei Dinge verwendet werden, sei es als Nestelschnüre für Kleidung, als Band zum Zuschnüren von Beuteln oder als Bändchen an einer Bundhaube. Man kann natürlich alternativ auch ein paar Schnürsenkel kaufen oder sich einer Strickliesel bedienen, aber hier geht es ja darum, Dinge selbst herzustellen und darauf zu achten, daß die entsprechenden Techniken bereits im Mittelalter bekannt waren.

Eine sehr einfache Technik, die auch noch authentisch mittelalterlich ist und mit deren Hilfe du dir selbst innerhalb relativ kurzer Zeit deine eigene Kordel flechten kannst, ist das Fingerschlaufenflechten oder auch Fingerloop. Laut Andy Goddart von Circa 1265, der sich seit Jahrzehnten mit dem Studium historischer Techniken beschäftigt, wurden 24 Funde von Bändern in dieser Technik bei Ausgrabungen in London gefunden, die zwischen dem späten 12. und dem frühen 15. Jahrhundert datiert werden konnten.

Zum Fingerschlaufenflechten benötigst du lediglich ein paar Meter dünnes Garn oder Wolle, je nachdem welche Konsistenz deine Kordel am Ende bekommen soll. Ein 0,5 cm dickes Band bekommst du zum Beispiel, wenn du beim Fingerschlaufenflechten sieben Schlaufen aus Baumwollhäkelgarn für Häkelnadelstärke 1,5 verwendest. Authentisch ist Baumwollgarn natürlich nicht - nimm einfach Leinen, wenn du auf authentische Kordeln Wert legst. Wenn du dickeres Garn oder Wolle verwendest, wird die Kordel natürlich dicker. Die in dieser Technik hergestellten Kordeln sind sehr reißfest und können daher in vielen Einsatzbereichen verwendet werden.

Anleitung

Es gibt viele unterschiedliche Varianten und Arbeitsweisen, die alle andere Strukturen hervorbringen. Für die hier gezeigte Technik brauchst du sieben gleich lange Schlaufen, die du erhältst, indem du dein Garn siebenmal um zwei Punkte wickelst.

Tipp!

Wenn du eine längere Kordel machen möchtest, solltest du dir jemanden suchen, der das Flechtwerk am anderen Ende mit dem Finger immer etwas festklopft oder festzieht, um es zu straffen. Deine Arme haben ja nur eine bestimmte Spannbreite, und wenn du eine Kordel mit mehreren Metern Länge machen möchtest, kannst du das Flechtwerk als Einzelperson nicht mehr richtig straffziehen. Wenn du es allein machst, wirst du feststellen, daß das Flechtwerk am Anfang deiner Arbeit sehr locker wird, was nicht so schön aussieht.

Eine andere Möglichkeit ist, mit jemandem zusammen zu flechten, das heißt, daß jeweils einer die rechte und der andere die linke Hand zur Verfügung stellt. So könnt ihr beim Straffen weiter auseinandergehen, und die Kordel wird einheitlich fest geflochten.

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Artikel geändert: 22.10.2017 Author:
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