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Anleitung Freihandmethode

Die Freihandmethode beim Nadelbinden ist die langsamere Methode, um zu einem Ergebnis zu kommen. Viel schneller geht es mit der Daumenfesselungsmethode. Allerdings ist Freihandnadeln viel besser, wenn man erstmal verstehen möchte, was man da eigentlich genau macht und wieso eine bestimmte Struktur im Gewebe entsteht.

In den letzten Monaten habe ich ein paar Leuten das Nadelbinden gezeigt und festgestellt, daß es recht schwierig ist, gleich am Anfang mit einer Rosette (s.u.) anzufangen. Es hat sich für jemanden, der noch nie nadelgebunden hat, als eine reine Kopfakrobatik herausgestellt, weil einfach die Ausarbeitung des Stichs überhaupt noch nicht klar war. Deshalb habe ich nun meine Anleitung ein wenig umgeschrieben, und hoffe, daß die Technik auf diese Weise einleuchtender wird. Fangen wir also lieber mit einer Reihe von Stichen an und lassen die Rosette für den Anfang erstmal beiseite.

Der Anfang

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Ganz am Anfang fädelst du einen Wollfaden in deine Nadel, als würdest du Nähen wollen. Der Faden sollte möglichst lang sein, aber nicht so lang, daß du damit nicht mehr “nähen” könntest. Dann machen wir erstmal eine Schlaufe wie auf der Abbildung hier rechts. Das “A” steht für den Anfang des Fadens und das “N” für die Seite, wo die Nadel eingefädelt ist. Die Schlaufe ist ungefähr so dick wie dein Daumen, vielleicht auch ein bißchen kleiner. Wichtig ist, daß die Schlaufe nicht zu klein ist, damit man die einzelnen Schlaufen gut erkennen kann.

Erster Grundsatz: Locker arbeiten!

Dann nadelst du wie hier links abgebildet zwei weitere Schlaufen daneben. Dabei solltest du die Schlaufen zunächst gut oben, wo sie verschlungen werden, zwischen Daumen und Zeigefinger der linken Hand festhalten, damit nicht alles wieder auseinanderfällt.

Um die Sache zu vereinfachen, nennen wir unsere drei Anfangsschlaufen “Schlaufe eins” (die erste Schlaufe ganz links), “Schlaufe zwei” (die in der Mitte) und “Schlaufe drei” (die Schlaufe rechts).

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Die erste Reihe

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Korgen Stich

Nun hast du einen Anfang, an den du deinen ersten richtigen Stich ansetzen kannst. Jetzt schauen wir uns erstmal einen der Stiche an, und zwar den “Korgen Stich” oder auch UOO/UUOO genannt. Keine Panik, das hört sich komliziert an, ist es aber nicht wirklich. “U” steht immer für “under” (also unter durch) und “O” für “over” (also oben drüber weg). Der Schrägstrich bezeichnet die “Wendestelle”, also die Stelle, wo die Nadel sich bei der Schlaufe wieder auf den Rückweg macht. (Weitere Stiche findest du übrigens bei den Sticharten.) Die Abbildung hier rechts zeigt, wie die Nadel genau geführt werden muß. Das geschieht in zwei Schritten:

Man beginnt unten von rechts nach links und führt die Nadel unter Schlaufe drei und über Schlaufe zwei und eins durch (das entspricht UOO, also “under, over, over”). Jetzt wird erstmal der Faden wie beim Nähen vollständig durchgezogen, aber bitte nicht zu fest sondern so locker, daß eine neue Schlaufe (ganz rechts) dabei entsteht.

Nun kommt der Richtungswechsel, die “Wendestelle”. Das heißt, die Nadel wechselt die Richtung. Zurückgeführt wird die Nadel oben von links nach rechts und zwar unter Schlaufe eins und zwei und über Schlaufe drei sowie über die soeben neu entstandene Schlaufe. Das entspricht UUOO, also “under, under, over, over”. Der Faden wird nun wieder wie beim Nähen durchgezogen. Du hast den ersten Stich gemacht! Jetzt wiederholst du den Vorgang genau wie oben beschrieben. Du arbeitest dabei natürlich immer mit den letzten drei Schlaufen und stichst beim zweiten Stich nicht mehr in “Schlaufe eins” ein. “Schlaufe zwei” wird also zu “Schlaufe eins” , “Schlaufe drei” zu “Schlaufe zwei”und die neu entstandene Schlaufe wird zu “Schlaufe drei”.

Es ist ratsam, zum Üben erst einmal so viele Stiche hintereinander in einer Reihe zu nadeln, bis du meinst, daß du den Dreh raus hast und dir mit der Technik relativ sicher bist. Du solltest auch in der Lage sein, ohne die Abbildung zu arbeiten. Wenn du ein wenig Routine bekommen hast, kannst du dich an die zweite Reihe machen bzw. die Reihe zu einem Schlauch schließen. Sollte dir beim Üben der Faden ausgehen, schau mal hier unten in der Anleitung nach, wie man einen neuen Faden ansetzt und arbeite dann weiter.

Man muß übrigens immer sehr genau darauf achten, im richtigen “UO-Verlauf” zu nadeln, sonst wird das Muster natürlich unsauber. Auch das braucht Übung. Nicht verzweifeln, ich habe auch die ersten zehn Versuche gebraucht, bis es einigermaßen aussah, aber irgendwann bekommt man einen Blick dafür, wie es aussehen muß. Es ist übrigens auch sehr hilfreich, am Anfang immer beim Einstechen auch die Rückseite anzusehen (oder für den “Rückweg” die Nadelarbeit ganz umzudrehen), dann kann man den “UO-Verlauf” besser im Auge behalten.

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Artikel erstellt: 18.03.2007 Author: Flinkhand
Artikel geändert: 18.03.2017 Author: Flinkhand
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