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Das richtige Material zum Sticken

Wer sich in der Stickerei versuchen möchte, braucht natürlich das passende Werkzeug. Ich habe hier eine Material und Werkzeugliste für Anfänger zusammengestellt, die für die ersten Werke völlig ausreichend aber notwendig sind.

Die richtige Nadel

In jedem Kaufhaus bekommt man sie: die Sticknadel. Sie hat im Vergleich zur normalen Nähnadel ein größeres Öhr, da die Fäden etwas dicker sind als normales Nähgarn. Man unterscheidet zwischen Sticknadeln mit und ohne Spitze, was soviel heißt, daß es welche gibt, die am Ende spitz oder stumpf sind. Spitze Sticknadeln (mit Spitze) eignen sich für fast alle Stickereien und sind also eine gute Wahl. Stumpfe Sticknadeln (ohne Spitze) hingegen verwendet man für Stickereien auf Stoffen mit groben Strukturen, also mit "großen Löchern" wie zum Beispiel bei Stramin.

Das richtige Garn

Im Laufe der Jahrtausende standen verschiedene Materialien zur Verfügung, von denen die meisten für die Menschen sehr schwer zu beschaffen und somit auch extrem teuer waren. Ursprünglich wurde mit Wolle oder Leinen gearbeitet, Seide und Goldfäden benutzten nur der reiche Adel und Klerus. Baumwolle war ca. erst ab dem 14. Jahrhundert in Mitteleuropa verfügbar.

Wer nicht authentisch mittelalterlich sticken möchte, kann aber gern Baumwollgarne verwenden. Der sogenannte Stickwist ist ein sehr weit verbreitetes und bezahlbares Material, mit dem wir unsere Stickerei beginnen wollen. Es gibt ihn von zwei Hauptanbietern (Archor und DMC) in vielen verschiedenen Farben.

Stickwist ist ein Garn, das aus sechs Einzelfäden besteht. Auf jeder Stickanleitung, bei der Stickwist verwendet werden soll, findet man eine Angabe, "wie viel fädig" gestickt wird. Das heißt nichts anderes, als daß man nur einen Teil der Einzelfäden verwendet, so daß das Garn eine bestimmte Stärke erhält, die feiner ist als das sechsfädige Garn. Wenn es zum Beispiel heißt, daß dreifädig gestickt wird, dann teilt man den Stickwist in je zwei Fäden, die aus je drei Einzelfäden bestehen. Man "dröselt" den Originalfaden also auf.

Der Stickrahmen

Es gibt runde und viereckige Stickrahmen. Stickrahmen dienen dazu, den zu bestickenden Stoff schön straff zu spannen, damit die Stickerei gleichmäßig wird, die Fäden keine Wellen werfen und der Stoff nicht durch die Fäden zusammengerafft wird.

Viereckige Rahmen sind vor allem für große Stickereien und Gobelins geeignet. Für den Anfang reicht uns aber ein runder leicht erhältlicher und bezahlbarer Stickrahmen z.B. aus Holz. Es gibt sie in verschiedenen Größen, und man wählt sie je nachdem, wie groß die Stickerei werden soll. Wichtig ist hier, daß das ganze Bild im Rahmen Platz findet, damit man nicht einen Teil der Stickerei in den Rahmen einklemmen muß. Das kann nämlich dazu führen, daß sich gestickte Fäden verziehen oder sogar reißen.

Der Stickrahmen besteht aus zwei Ringen. Der Stoff wird über den kleineren Ring gelegt, der größere Ring wird dann darüber geschoben und mit der Schraube an der Seite festgezogen. Dann zieht man den Stoff noch einmal vorsichtig straff, damit er im Rahmen nicht zu locker "hängt".

Es sei hier angemerkt, daß runde Stickrahmen allerdings nicht “A” sind! Seit der Antike kannte man zwar bereits die Kunst, Holz über Dampf zu biegen, aber soweit ich weiß, wurde dies vor allem beim Schiffsbau angewandt. Für die Stickerei dagegen verwendete man viereckige Rahmen, die leicht herzustellen waren. Der Stoff wurde zum Spannen um einen einfachen Holzrahmen gelegt und festgenäht.

Die Auswahl des Stoffes

Daß es eine enorme Vielfalt an Stoffen gibt, ist ja bekannt. Aber welchen Stoff verwenden wir am besten? Tja, das kommt darauf an, was wir machen wollen. Es gibt Sticktechniken, die traditionell auf einem bestimmten Stoff ausgeführt werden. In der Schwarzstickerei (Blackwork) verwendet man zum Beispiel feines, weißes Leinen. Leinen war das ganze Mittelalter hindurch auch der absolute Favorit als Stoff für Stickereien. Aber eigentlich eignen sich fast alle Stoffe zum Besticken.

Man unterscheidet zwischen auszählbaren und nicht auszählbaren Stoffen. Der Unterschied liegt darin, daß auszählbare Stoffe immer die gleiche Anzahl an Längs- und Querfäden je Zentimeter haben, so daß sie sich sehr gut für Stickereien eignen, bei denen die Länge der Stiche immer genau gleich sein muß, um ein sauberes Bild zu ergeben. Das ist bei manchen Baumwoll- und Leinenstoffen der Fall. Nicht auszählbare Stoffe sind alle anderen, wie z. B. feste Wollstoffe, Seide oder Satin.

Wir möchten es uns am Anfang so leicht wie möglich machen, damit gleich unsere erste Stickerei richtig gut aussieht. Deshalb schlage ich vor, daß wir einen "Aida" Stoff benutzen, den wir im Kaufhaus mit Stoffabteilung bekommen. Aida Stoffe sind nämlich wie für's Sticken gemacht, da sie eine gleichmäßige Struktur haben, auf der die "Einstichlöcher" praktisch vorgegeben sind. Dieser Stoff eignet sich auch hervorragend für Muster im Kreuzstich.

Was noch?

Es gibt ein paar weitere Accessoires, die nützlich sind oder die für die Übertragung von Mustern auf den Stoff verwendet werden. Hierzu gehören:

Die Stickschere: Dies ist eine spitze kleine Schere, mit der man die Fäden abschneidet.

Die Garnkarte: Wenn man mit mehreren Farben arbeitet, bietet es sich an, eine Garnkarte zu benutzen. Garnkarten kann man ganz leicht selber machen. Man nimmt sich ein rechteckiges Stück Pappe (zum Beispiel aus der Papprückseite von einem Schreibblock) und stanzt mit dem Locher mehrere nebeneinander liegende Löcher hinein. Jedes Loch wird für eine Garnfarbe verwendet. Man kann so zugeschnittene Fäden leicht aufbewahren und ggf. auch die Farbnummer auf die Karte schreiben, damit man nicht durcheinander kommt.

Gewebeband: Wenn man empfindliche, feine Stoffe verwendet, kann es Sinn machen, die Ringe des Stickrahmens mit Gewebeband zu Umwickeln, damit der Stoff beim Einspannen nicht beschädigt wird.

Hilfsmittel zum Kopieren von Motiven auf den Stoff: Hier gibt es eine Reihe von Materialien und Möglichkeiten, die in der Sektion Motive übertragen aufgeführt sind.

Artikel erstellt: 25.03.2007 Author: Flinkhand
Artikel geändert: 18.03.2017 Author: Flinkhand
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