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Stickstiche

Hier habe ich die gängigsten Stickstiche zusammengetragen und kurz erklärt, wie sie funktionieren.

Anlegetechnik

Die Anlegetechnik basiert auf der Arbeit mit zwei Fäden: einem dickeren Faden, der praktisch auf den Stoff gelegt wird, und einem feineren Faden, mit dem der Dickere auf den Stoff genäht wird. Man unterscheidet zwischen der einfachen Anlegetechnik und der versenkten Anlegetechnik, die vor allem für das Opus Anglicanum typisch ist.

Blindlochstich

Der Blindlochstich ist die beste Methode, eine Öffnung, ein sogenanntes “Nestelloch”, zum Durchziehen von Kordeln oder Lederbändern in ein mittelalterliches Kleidungsstück zu schaffen. Bevor es Knopflöcher gab, oder als Knöpfe gerade nicht in Mode waren, wurde Kleidung bereits auf diese Weise mit Öffnungen zum Verschnüren versehen. Mit diesem Stich hast du eine gute und authentische Methode, die auch noch schön stabil und einfach zu fertigen ist.

Gobelinstich

Der Gobelinstich ist natürlich vor allem von den Gobelinteppichen her bekannt. Meines Wissens nach ist er auch im Mittelalter bereits bekannt und wurde im 14. Jahrhundert für Wandteppiche und sakrale Behänge verwendet. Ich habe jedenfalls im Kunstgewerbemuseum einen Wandbehang von 1370 gesehen, bei dem unter anderem zumindest versetze Gobelinstiche verwendet wurden.

Hexenstich

Der Hexenstich ist nicht nur ein dekorativer Stickstich, den man in verschiedenen Varianten arbeiten kann, sondern auch ein seit Jahrhunderten verwendeter Nähstich zum Halten von Säumen, gerade wenn diese nach außen hin sichtbar sind.

Holbeinstich

Nach dem Maler Hans Holbein dem Jüngeren (1497 – 1543) benannt, wird der Holbeinstich immer wieder in der Assisi und Blackwork (Schwarzstickerei) erwähnt. Holbein, der am Hofe König Heinrichs des VIII in England Portrait- und später auch Gerichtsmaler war, machte den Stich durch seine detailgetreuen Porträts bekannt, auf denen er minutiös die in der Blackworktechnik bestickte Kleidung der zu Porträtierenden abbildete. Auf diese Weise sind uns auch viele Muster erhalten geblieben, da es zwar noch Bilder von Holbein aber oft die Kleidung selbst nicht mehr gibt.

Kettenstich

Der Kettenstich gehört zur Familie der Schlingstiche. Jeder Stich gleicht dem Glied einer Kette, daher natürlich der Name. Es ist ein sehr alter Stich, auch wenn man das nicht meinen sollte, da er doch einigermaßen raffiniert ist. So ist ein Fragment eines Wandbehanges von 1160/70 erhalten, das ausschließlich aus Kettenstichen gefertigt wurde.

Klosterstich

Der Klosterstich ist eine sehr authentische mittelalterliche Technik, die man seit mindestens dem 11. Jahrhundert verwendet. Schon der berühmte Bayeux Teppich aus dieser Zeit wurde nur in zwei Sticharten gefertigt: Im Klosterstich und im Stielstich. Der Klosterstich besteht aus senkrechten Spannstichen, die mit Querstichen festgelegt werden. Dadurch bleibt auf der Rückseite der größte Teil des Stoffes frei und man erhält eine flächendeckende Stickarbeit.

Knötchenstich

Der Knötchenstich ist ein plastischer Stich, der sich wie eine kleine Perle auf dem Stoff ausnimmt. Daher wird dieser Stich auch gern zusammen mit Perlenstickerei gearbeitet. Aus dem 17. Jahrhundert habe ich in der Nadelmalerei Knötchenstiche gesehen und auch auf einem Mustertuch von 1616. Ältere Arbeiten in dieser Technik sind mir noch nicht untergekommen. Soweit ich weiß, ist er im Mittelalter noch nicht gebräuchlich.

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Artikel erstellt: 18.03.2007 Author: Flinkhand
Artikel geändert: 16.06.2019 Author: Flinkhand
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