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Welchen Webrahmen will ich?

Klar, zum Weben auf dem Webrahmen brauchst du einen Webrahmen. Es gibt viele Anbieter und unterschiedliche Webbreiten. Mein Erfahrungsschatz beschränkt sich auf Ashford und Kromski, deshalb kann ich auch nur zu diesen Rahmen etwas sagen. Für die Auswahl solltest du auf ein paar Dinge achten, die dir vielleicht mehr oder weniger wichtig sind:

Breite, verfügbares Zubehör, Transportierbarkeit. Das sollte man sich schon lieber vor dem Kauf überlegen - so billig sind die Webrahmen ja auch nicht. Hier kommen jetzt ein paar Tipps, was man in seine Überlegungen mit einbeziehen sollte, wenn man sich einen Webrahmen anschaffen will:

Die Webbreite

Es gibt Webrahmen von 20 cm bis 120 cm Breite, wenn nicht sogar noch breitere. Welchen du dir aussuchst, hängt erstmal davon ab, was du weben wilst. Wenn es dir reicht, Schals zu weben, dann reicht auch ein schmaler Rahmen, aber schon bei Kissenbezügen, Tischläufern oder sogar Decken kommst du mit einem schmalen Rahmen schnell an deine Grenzen.

Hier rechts siehst du einen Rahmen mit 80 cm Breite, weiter unten einen mit 40 cm Breite. Damit ist immer die Webbreite gemeint, also die Breite des Gatterkamms bzw. dessen "Zähne" (Löcher und Schlitze). Bei einem 40 cm breiten Rahmen webt man zwar auch maximal 40 cm breit, aber das Gewebe wird ja anschließend noch gewaschen und zieht sich zusammen. Es kann sich auch direkt schon beim Weben etwas zusammenziehen. Das Schmalerwerden des Gewebes nennt man auch "Einsprung". Was ich damit sagen will, ist: Wenn du 40 cm breit webst, ist dein Gewebe am Ende nicht wirklich 40 cm breit sondern etwas schmaler. Das solltest du bei der Auswahl deines Webrahmens in Erwägung ziehen.

Schmaler weben kann man auf breiten Rahmen also immer, breiter weben aber nur mit einigen Hilfsmitteln und etwas Erfahrung. Das heißt dann "Doppelgewebe", und dazu schreibe ich später noch was. Ein schmalerer Rahmen hat aber auch seine Vorteile: Er ist leichter, braucht nicht so viel Platz und die Webschiffchen sind handlicher. Wenn man die volle Breite webt, braucht man ein Webschiffchen in der gleichen Breite, und bei z.B. 80 cm Breite, sind die Dinger dann auch 80 cm lang, und man muß sie bei jedem Schuß durchs Fach schieben. Da ist dem ein oder anderen ein kürzeres Schiffchen (also weniger Breite) vielleicht lieber, weil das handlicher ist.

Die schmalen Rahmen sind auch nicht so schwer, und man kann sie gut an den Tisch gelehnt auf den Schoß legen und so weben. Bei breiteren Rahmen geht das ganz schön auf die Schenkel. Da empfiehlt sich dann in der Regel die Anschaffung eines Untergestells, für das man auch nochmal Platz braucht (mal von den zusätzlichen Kosten ganz abgesehen).
Das sind also erstmal die Überlegungen zur Breite.

Gatterkämme

Verschiedene Hersteller bieten eine mehr oder weniger breite Palette an Zubehör zu ihren Rahmen an. Das sollte man sich vor dem Kauf auch mal in Ruhe anschauen und mit den eigenen Wünschen abgleichen. Dazu kommt, dass es bei Webrahmen genau so ist wie bei Spinnrädern und Autos: Das Zubehör passt normalerweise immer nur bei einer Marke. Ein Gatterkamm von Kircher passt nicht auf einen Knittersloom von Ashford, und ein Kromskikamm so gut wie nie auf einen Dachbodenfund. Isso.

Welche Gatterkämme bietet mein Hersteller denn zum Beispiel an? Die gibt es in unterschiedlichen Feinheiten, und je nachdem, was du weben willst und wie dick dein Webgarn ist, brauchst du einen passenden Kamm. Manche Hersteller haben hier eine breitere Palette als andere. Grobe Kämme für dicke Wolle, feine Kämme für feine Garne.

Die Feinheiten werden entweder als XX/10 oder als X dpi dargestellt. Nehmen wir das Beispiel die Feinheit 30/10 oder 7,5 dpi:

30/10 heißt 30 Kettfäden auf 10 cm. Das ist schon relativ grob und auch die Feinheit, die hier rechts abgebildet ist. Das ist super für dickere Wolle! Die Angabge 7,5 dpi heißt genau das Gleiche, nämlich 7,5 "dents per inch" also 7,5 Fäden pro Zoll. Ein Zoll sind 2,54 cm, was also aufs Gleiche rauskommt: 4 x 2,54 cm sind auch ca. 10 cm, und 4 x 7,5 Fäden sind auch wieder 30 Fäden. So rechnet man das.

Also auch hier wieder die Frage: Was willst du weben und hat der Hersteller einen Kamm in der Feinheit, wie du ihn für dein Projekt brauchst?

Transport und Verstaubarkeit

So ein Webrahmen braucht ja auch Platz, vor allem, wenn man einen breiteren Rahmen nimmt. Den stellt man dann auch nicht mal so einfach weg, vor allem nicht, wenn ein Projekt drauf ist.

Wie viel Platz hast du und - wie weiter oben schon erwähnt - wie sinnvoll ist zusätzlich ein Untergestell, das ja auch nochmal Platz braucht? Wenn du ein eigenes Werkelzimmer im Haus hast, ist das ja kein Problem, aber in einer kleinen Wohnung kann es schon schnell eins werden.

Es erhebt sich also die Frage, ob du einen Rahmen möchtest, den man zusammenklappen kann und der vielleicht sogar leicht transportierbar ist (für Webertreffen zum Beispiel).

Da kann dann ein zusammenklappbarer Rahmen wie hier rechts abgebildet schon eventuell Sinn machen. Den kann man übrigens auch klappen, wenn ein Projekt drauf ist. So läßt sich der Rahmen jederzeit vorübergehend in den Schrank stellen und ruck zuck wieder aufbauen, wenn du weiterweben willst.

Und wenn du willst, kannst du den dann auch zum aushäusigen Werkeln mitnehmen. Dann bietet sich auch eine Transport-Tasche dafür an. Die ist manchmal schon dabei, z.B. Beim Ashford Knittersloom, bei anderen Anbietern kann man die optional dazukaufen, wie beispielsweise bei Kromski. Das sind erstmal die grundlegenden Überlegungen, die man vor dem Kauf anstellen sollte.

Artikel erstellt: 09.04.2016 Author: Flinkhand
Artikel geändert: 18.03.2017 Author: Flinkhand
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