Typische Alamannen-Fibel - Bedeutung der Form?

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Typische Alamannen-Fibel - Bedeutung der Form?

Beitragvon stauferin » 17.03.2010, 09:37

Halllo Zusammen,

besonder rege sind die Alamannen hier ja nicht...
aber ich versuche doch mal eine Frage:

Die typische Alamannenfibel:
gerader Steg
Halbkreis an einem Ende
und 3 bis 7 Knubbel oder Wellenrand

Weiß jemand was diese Form für eine Bedeutung hat?

Habe zwar zwei dicke Bücher zu Hause, in denen diese andauernd abgebildet wir, aber ich habe keinen Hinweis auf die Formbedeutung gefunden.

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Beitragvon Carola » 17.03.2010, 10:16

Warum meinst Du, dass das Aussehen unbedingt eine Bedeutung haben muss? Kann es nicht sein, dass das einfach als stylish empfunden wurde - so wie wir heute z.B. ein bedrucktes T-Shirt tragen, einfach weil uns das Motiv gefällt?
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Beitragvon Kattugla » 17.03.2010, 10:49

*schmunzel* - die Diskussion wieder. ;-)

Ich denke, uns ist heute einfach nur nicht mehr bewusst, welche Bedeutung bestimmte Designs haben, die wir so unhinterfragt mit uns herumtragen...

Zu den Alemannen: auf welche Zeit beziehst Du Dich und auf welchen kulturellen Kontext? Auf die asengläubigen Alemannen, auf die römisch beeinflussten, auf die, die bereits dem arianischen Einfluss der Ostgoten unterlagen? Denn da vermute ich am ehesten einen Zusammenhang, auch wenn der aus heutiger Sicht ausschliesslich Spekulation sein dürfte...
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Fibelform

Beitragvon stauferin » 17.03.2010, 11:19

Ich glaube einfach, dass bei etwas Beständigem wie einem Schmuckstück doch noch mehr Tiefgang als heute war.
Wie lange trägt der Durchschnittsbürger heute ein T-Shirt?
Blos weil ihm gerade das Muster gefällt.
Ich glaube einfach, dass man das nicht vergleichen kann.
Dass man hier gerade das Gegenteil sieht.
Wenn ich etwas herstelle, das mich viel Mühe kostet und das später lange getragen wird, mache ich mir doch meine Gedanken.
Die Fibelform erscheint in diversen Abwandlungen doch zu oft.
Habe mal ein Buch über Talismanne in aller Welt gelesen.
Da werden einem ganz schön die Augen geöffnet, was was alles bedeutet.
Und es zieht sich durch alle Kulturen.
Bei uns gibt es ja die vielen Abwandlungen des Sonnennsymbols.
Angefangen beim schlichten Kreis.
Oder auch die Muster auf den orientalischen Teppichen, die sind auch nicht nur drauf, weil sie schön sind. Die haben alle eine bestimmte Bedeutung und sind z.B. für das junge Ehepaar, das den Teppich erhält von Bedeutung (gewesen).

Vielleicht, hat ja noch jemand anders eine Idee.
Oder etwas gelesen.

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Re: Fibelform

Beitragvon Carola » 17.03.2010, 11:45

stauferin hat geschrieben:Ich glaube einfach, dass bei etwas Beständigem wie einem Schmuckstück doch noch mehr Tiefgang als heute war.


Etwas Beständigem, wie einem Schmuckstück...
Ich habe Schmuckstücke, die über 100 Jahre alt sind. Familienerbstücke. Darunter einen Schmetterling aus Silberfäden und ein Täschchen mit silbernem Kettengeflecht. Aber beides war nie mehr als eine Schmetterlingsbrosche und ein Silbertäschchen - obwohl beide Teile mal ein Must-have für die gut gekleidete Bürgersfrau waren.

Ich will keinesfalls ausschließen, dass diese Fibeln (auch) eine Bedeutung gehabt haben. Aber da selbst etwas eindeutiges wie das Bild eines Pferdes manchmal nicht mehr ist, als eine Pferdedarstellung, ohne tiefere oder gar religiöse Bezüge, kann über den Bedeutungsgehalt abstrakter Formen nur spekuliert werden. Etwas anderes wäre es, wenn Plinius geschrieben hätte: "Alamannische Frauen tragen Fibelschmuck mit dem Symbol einer aufgehenden Knospe, welche ihnen für die Göttin Juno steht." Dann könnte man Parallelen ziehen. Aber da es m.W. keinen derartigen Kommentar gibt, kann man über die Bedeutung dieses benupselten Halbkreises nur spekulieren.

Und ich plädiere nun mal dafür, auf Interpretationen zu verzichten, wenn ungewiss ist, ob überhaupt ein Bedeutungsgehalt besteht.
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Beitragvon stauferin » 17.03.2010, 12:10

Aber ich darf mir doch meine Gedanken machen, oder?
Es ist nun mal meine Art, zu hinterfragen.
Und es hätte ja sein können, dass es eben so eine Textstelle gibt, von der ich persönlich nichts weiß.
Deshalb fragt man ja.
Ich habe niemanden dazu aufgefordert etwas zu erfinden.
Und ich glaube (und das kann man ohne Beweis des Gegenteils auch niemandem nehmen) nun mal, das es eine Bedeutung hat, auch wenn man sie vielleicht nie mehr finden wird.
Und ein Pferd darf ein Pferd sein, und nicht mehr, da es ja nunmal ein Pferd ist.

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Beitragvon Carola » 17.03.2010, 12:22

Ok, dann hatte ich Dich einfach falsch verstanden. Vielleicht liegt es auch einfach daran, dass ich vor ein paar Tagen in einem anderen Forum eine extrem bizarre Diskussion über die Bedeutung von Zöpfen hatte. :wacky:
Sorry, falls ich deswegen vielleicht ein bisschen zu heftig aufgetreten bin.
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Welche Alamannen?

Beitragvon stauferin » 17.03.2010, 12:25

@ Kattugla

Bin gerade erst im Anfang mich damit zu beschäftigen.
Da mich Formen und Symbolik aber immer schon besonder interessiert haben, konnte ich nicht warten, bis ich selber etwas gefunden habe.
Außerdem finde ich die Fibel tatsächlich selber sehr schön.
Habe gelesen diese Form wurde auf dem runden Berg von Urach entwickelt. (Buch von Karin Krapp - Die Alamannen)
Bei den Bildern in dem Buch fehlen fast immer die Jahresangaben.
Im Text finde ich es so schnell nicht. Auch nicht bei den anderen Bildern.
Bin einfach noch nicht so weit.
Aber immerhin war der Autorin die Fibel in dieser Form so wichtig, dass sie auf jeder Seite im Buch neben der Seitenzahl undan jedem Kapitelanfang abgebildet ist.
Muss mal in dem dickerem von Theiss nochmals schauen, wenn ich Zeit habe.
Für heute muss ich leider Schluss machen, die Arbeit ruft...

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Entschuldigt

Beitragvon stauferin » 17.03.2010, 12:34

@Carola

Bist entschuldigt, empfand es aber wirklich grad als heftig.
Ich möchte ja gerade keine Überinterpretation.
Das hat mich ja früher im Kunstunterricht genervt, wenn da stundenlang ein Bild eines modernen Künstlers zerredet wurde.
Gibt es zum Teil auch bei esoterischen Strömungen, das ich das Gefühl habe es ist so eine "möchtegern"-Symbolik-Hineininterpretiererei...

Aber die andere Seite, dass es eindeutig belegt ist, gibt es halt auch!
So und jetzt nicht mehr ohne meinen Anwalt...

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Beitragvon Peregrina » 17.03.2010, 14:39

Nochmal zwei Cent dazu: Aus meiner Studienzeit kenn ich die Teile. Ich weiß, daß es zu jeder Zeit und zu jeder Epoche etwa eine Million Funde dazu gibt. Das waren dermaßen viele, daß es geradezu "Mode!!!" schreit. (Vgl. die Reihe "Prähistorische Bronzefunde". Bändeweise Fibeln über Fibeln)
Hinzu kommt: die durchschnittliche Fibel war häufig nicht viel mehr als eine bessere Sicherzeitsnadel. Und derselbe Typ, der links und rechts Fibeln trägt, trägt zusätzlich noch seine Amulette und anderes Zeug mit sich herum. Ich häng mich jetzt mal ganz weit aus dem Fenster und behaupte, ein Amulett trägt man doch lieber auf der Haut, um den Hals oder in der Nähe des Herzens oder so. Eine Fibel ist dafür zu sehr Gebrauchs- bzw. Repräsentationsgegenstand. Das ist aber nur meine eigene Schlußfolgerung. So. Zwei Cent Ende. Die kommen jetzt in die Kaffeekasse :biggrin:
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