Krapp bzw. Krappwurzel

Hier könnt Ihr Fragen zu, Ergebnisse mit und Enttäuschungen über einzelne Färbepflanzen oder andere Naturfarbstoffe posten und diskutieren. Bitte benennt die Threads immer mit der Pflanze oder der Färbedroge, um die es gehen soll, dann findet man es leichter.

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Beitragvon David » 30.01.2006, 10:16

Hallo,

da wird Weinstein als alleinige Beize empfohlen? Das habe ich noch nie gelesen oder gehört. Würde ich auch nicht empfehlen.
Übrigens ist beides (Alaun und Weinstein) völlig ungiftig.

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Beitragvon Lis » 30.01.2006, 10:30

:biggrin: Definitiv keine Schwarzkirschen! Ich wollte mit dem Kirschengedöns nur darauf aufmerksam machen, daß sich die Farbe irgendwann von Kinder-Mittelrot ein wenig , ein gaaaanz klein wenig, in Richtung äh lila-braun oder entwickelt und etwas dunkler wird.
Oh, und Alaun würde ich auf keinen Fall weglassen! Umweltschädlich ist es übrigens auch nicht (wird angeblich im Abwasser neutralisiert, aber Chemie ist nicht so meine Baustelle), nur Verschlucken sollte man es nicht. Und -wie David schon gesagt hat- eine Woche nach der Beize feucht in einen Plastikbeutel eingewickelt liegenlassen ist auch wichtig, sonst hat man hinterher nur leicht rötlich-bräunlichen Stoff.
Viel Erfolg!
Lis

Ups, da waren wohl zwei gleichzeitig am Werk :)
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Beitragvon Rigana » 30.01.2006, 11:06

Da das mit der Feuchtlagerung klar ist... Ich habe jetzt Krappwurzeln gekauft, weil ich Garn färben möchte und das gemahlene Zeug schwer wieder zu entfernen sein soll. Wie lange muss ich die Wurzeln einweichen vor dem Färben?
Auch eine Woche? Ich habe jetzt schon extra einige Einmachgläser und große Gurkengläser dafür gesammelt.

Liebe Grüße,
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Beitragvon David » 30.01.2006, 11:36

Hallo Rigana,

ja, das Mehl ist schwer wieder aus dem Stoff/ Garn zu bekommen. Da hilft nur stundenlanges Spülen. Abseihen ist bei dem feinen Zeug auch eine Tortour...
Ich binde das Krappmehl immer in locker in einige Leinentücher, und weiche es dann ein. Ca. 24h.
Dann erwärme ich das Bad samt Säcken auf ca. 50°C, halte das ganze eine Stunde. Nachdem das Bad abgekühlt ist, presse ich die Säckchen ordentlich aus und entnehme sie.
Das Material in den Säcken ist aber noch lange nicht ausgelaugt.

Die Wurzelstücke würde ich viel länger einweichen, mindestens 3 Tage. Ich würde auch etwas höher dosieren. Aber sei nicht entäuscht, wenn es "nur" orange wird...
Geschnittene Wurzeln sind murks.

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Giftiges Alaun?

Beitragvon suse » 30.01.2006, 17:06

Hallo,
also das mit dem "Verschlucken" ist auch bei Alaun nur in größeren Dosen schädlich (aber nicht giftig). Alaun wird auch für selbstherzustellende Bio-Kinderknete empfohlen.
Also alles ganz harmlos ;o)
Gruß suse
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Beitragvon Knappe » 30.01.2006, 19:14

Wenn man will kann man sich sogar mit Wasser umbringen. Da braucht man zwar einige Liter, aber es geht... - Das was wirklich schädlich ist, war glaube ich Bichromat als Beize - aber das verwendet doch keiner, oder?
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Beitragvon Adele » 31.01.2006, 14:32

Na is ja beruhigend, ich will ja nicht so gern zum Umweltschwein werden, wo ich doch schon aus Prinzip kein Auto hab ;o)
Nächste Frage: Hat zufällig mal jemand versucht, Krappwurzeln in der elektrischen Kaffeemühle zu mahlen? Die hab ich mir extra mal für solche Zwecke angeschafft, Sandelholz ging ganz wunderbar.
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Beitragvon Adele » 31.01.2006, 14:34

Und dann noch: Schadet so langes Beizen bzw. in der Beize liegen lassen nicht den Fasern? Wird meine kuschelweiche Wolle da nicht kratzig?
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Beitragvon David » 31.01.2006, 14:39

Ui,...geht bestimmt, aber ich stelle mir grade vor, 3 Kilo getrocknete Krappwurzel in der Kaffeemühle zu mahlen... :dizzy:

Nee danke, da bezahle ich lieber ein paar Cent mehr und kauf gleich gemahlene.

David

Edit: nicht das lange Beizen greift die Fasern an, sondern die Menge. Ich würde nicht mehr als 25% Beize verwenden.
Im 14. Jh. wurde in manchen Gegenden das Beizen mit Eisen verboten, weil es das Tuch besonders angreift und deren Haltbarkeit verkürzt.
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Beitragvon David » 31.01.2006, 14:49

... du lässt ja auch die Wolle nicht im Beizbad liegen, es wird nach dem eigentlichen Beizvorgang kräftig ausgewrungen (evtl. Schleudern) und dann nicht zum Trocknen aufgehängt, sondern feucht (bspw. im Plastiksack, oder mehreren Leinensäcken) ein paar Tage gelagert.

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