Ist Emaille authentisch?

Die Darstellung der mittelalterlichen Lagerküche. Wie geht's am besten ohne moderne Plastik und Ketchupflaschen?

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Beitragvon Daniel » 25.05.2008, 15:23

besser noch als eine bank sind zerlegbare drei beinige hocker. Leicht zu transportieren und in vielen Zeiten A.
Und Kochen kann man mit einem Grapen und vielleicht noch einem geschmiedeten Pfännchen mit angenitetem Griff für 2-4 Personen wunderbar;)
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Beitragvon Sandra » 25.05.2008, 15:33

Auch beim Grapen gilt: Vorsicht wegen der Zeit.
Man kann auch wunderbar mit Standbodentöpfen und Kugeltöpfen kochen.
Das Vorkommen der Grapen ist sehr stark regional abhängig, meist tauchen sie ab dem 13./14. Jhd auf.
Auch mit geschmiedeten Pfannen wäre ich vorsichtig. Mir sind bis zum 13. Jhd noch keine Belege dafür bekannt.

Allerdings muss ich dazu auch sagen, dass man für die allermeisten mittelalterlichen Rezepte ganz gut ohne Pfanne auskommen kann. ;-)
(Bis man da alles durch hat, sind viele Veranstaltungen vorbei...)
Liebe Grüße, Sandra

Geschichte besteht aus einem Haufen Lügen über Ereignisse, die niemals stattfanden, erzählt von Menschen, die nicht dabei waren. (George Santayana)
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Beitragvon Carola » 25.05.2008, 15:40

Mit Grapen habe ich keine Erfahrung. Nur mit Kugeltöpfen ;-)
Da ist die Handhabung genauso gewöhnungsbedürftig, wie die Asche im Essen. Deshalb kann ich es durchaus nachvollziehen, wenn man dem anfangs etwas skeptisch gegenüber steht. Zumal, wenn man, wie bei Nylette offenbar der Fall, niemanden hat, der es einem erklärt. Die Pfanne ist natürlich eine brauchbare Alternative.
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Beitragvon Daniel » 25.05.2008, 16:53

Naja, Asche im Essen hat man bei korrktem Gebrauch der Grapen oder Kugeltöpfe garantiert nicht, denn man kocht ja nicht mit brennendem Feuer.

Klar, die Zeit ist eine Gute Frage, aber da sollte Nylette uns mal nen Hinweis geben, für welche Zeit sie überhaupt was sucht;)

Und die Handhabung ist relativ simpel auhc über die Ferne zu erklären. Vorher mit Wasser füllen, an den Rand des Feuers stellen, wo es noch warm, aber nicht zu heiß ist. Dann den Top öfters drehen, damit er Temperatur annimt.
Das Wassrer dann gegen das Essen austauschen und in der Glut/über der Glut kochen.
Man kann nicht sehr viel falsch machen, wie meine Erfahrungen gezeigt haben, man muss nur auf die Hitzeunterschiede achten;)

Wobei je nachdem wo und welches Lager Nylette hat findet sich ja vielleicht jemand zum helfen.
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Beitragvon Nylette » 25.05.2008, 19:05

Öhm, also eins mal vorab: Ich bin über JEDE Hilfe echt dankbar, denn ich bin ahunglos. Über eine Zeit habe ich mir ehrlich gesagt nicht viel Gedanken gemacht, mir liegt erstmal viel daran Spaß zu haben und mich nicht gänzlich zum Vollhorst zu machen. Was das Kochen angeht bin ich derzeit im Besitz von:
Einer Feuerschale (mit so drei Füssen drunter) mit Rost
Einem riesiegen Emailletopf, einem :gruebel: Blech? Eisen? Irgendwastopf der aber schon sehr alt aussieht :biggrin: , einem Kupferkessel für warmes Wasser, einer Gusseisenpfanne und das wars.
Ich bekenne mich schuldig eigentlich gar nicht wirklich zu wissen, ob ich alles richtig mache, und auch nicht so gierig nach Authentizität zu sein.

Wir werden dieses Jahr in Bückeburg aufbauen, sofern ich noch sowas wie eine Anmeldebestätigung vom Hiller bekomme. Angemeldet sind wir jedenfalls. Wäre super, wenn uns da wer mit Rat, weniger mit Tat zur Seite stehen könnte :wideeyed: , damit wir dann auch authentisch werden.
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Beitragvon Daniel » 25.05.2008, 20:18

@Nylette: Ein Stückchen A, sofern ihr eine mittelalterliche Darstellung machen wollt würde ich persönlich mir schon wünschen(also ein Zeitrahmen und Belegbarkeit der Sachen, muss ja nicht pflanzengefärbt sein usw. ;) )
Aber ist natürlich eure Entscheidung.
Andernfalls kann man natürlich Fantasy machen, da geht natürlich alles was danach aussieht^^
Aber das dann Mittelalter nennen ist leider eben kein stimmiges Bild;)

Zu den von dir genannten Sachen:
Feuerschale mit 3 Füßen drunter und Rost: MEinst du einen Feuerkorb? Definitiv nicht a fürs gesamte Mittelalter(soweit mir bekannt)
von dem irgendwastopf kannste ja gerne mal ein Bild einstellen, dann kann mans sicher identifizieren;)

Kupferkessel: Je nach Form klingt das recht gut^^ Kommt halt auf die Form an.

Gusseisenpfanne: Nicht voll-A, würde ich aber, mindestens für den Anfang, wenn man es nicht ganz so ernst nimmt aktzeptieren.


Aus welcher Gegend kommst du eigentlich? Ich glaub ich hab deinen Vorstellungsthread verpasst *schäm*


Eine wirklich gute und Praktikable/Transportable Lösung mit der wir mit bis zu 4 Personen gut zurecht kommen ist: Ein Grapen, ein Kugeltopf, eine Pfanne. Nur als Beispiel;)
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Beitragvon Carola » 25.05.2008, 21:13

@Schwarzenberg:
Auch beim Kochen in der Glut kommt immer mal Asche in den Topf. Dafür reicht manchmal schon ein Windstoß.
Ausserdem bringt kaltes Essen im heißen Topf unsere Kugeltöpfe (made in Düppel) zum Platzen. Deshalb lassen wir den Zwischenschritt mit dem Wasser lieber weg. Den Teil mit dem Drehen kann ich allerdings bestätigen. Nur so erwärmen sich Topf und Inhalt gleichmäßig.


@Nylette: Jetzt wird's ein bisschen [ot]
Ob Spaß authentisch ist, kann ich Dir auch nicht genau sagen. Ausgegraben hat man jedenfalls noch keinen... :gabsnicht: ;-)
Andererseits weiß ich aus eigener Erfahrung, dass sich das Bemühen um Authentizität und Spaß keineswegs ausschließen. :biggrin: Eher das Gegenteil ist der Fall: Je mehr ich mich mit "meiner" Zeit (dem ausgehenden 12. Jh) beschäftige, desto spannender finde ich es. Nicht nur, weil ich schon immer gerne Kunstbände und Ausstellungskataloge angesehen habe und wissenschaftliche Aufsätze oft durchaus nicht als langweilig, trocken und staubig empfinde. Es ist ein unglaublich befriedigendes Gefühl, wenn wieder ein "Mosaiksteinchen" zum Gesamtbild dazu kommt.

Für Hillermärkte brauchst Du den Aufwand nicht. Hiller geht klar in Richtung Fantasy, d.h. da kannst Du auch Elfenohren, Hobbitfüße und Vampirzähne spazieren tragen.
Allerdings muss ich Dir auch sagen, dass Du Dich schon bei den etwas ambitionierteren Märkten mit einiger Sicherheit zum Vollhorst abstempelst, so lange Du Dir keine Gedanken darüber machst, in welchem Zeitraum Du Deine Darstellung ansiedeln willst. Das Mittelalter umfasst immerhin rund 1.000 Jahre. Von seinem Ende bis heute sind es nur etwa die Hälfte. Und wenn Du Dir dann überlegst, was sich innerhalb des letzten Jahrhunderts alles geändert hat, dann ist eigentlich klar, weshalb der Versuch einer allgemeinen Mittelalterdarstellung zum Scheitern verurteilt ist.

Deshalb wäre mein Rat: Macht Euch ein nettes Wochenende, aber gebt so wenig Geld wie möglich für Ausrüstung aus, so lange nicht klar ist, in welchem Zeitfenster ihr Eure Darstellung ansiedeln wollt.
Und dann nehmt Euch Zeit, Euch über Mode und Sachkultur in diesem Zeitfenster zu informieren. Verabschiedet Euch von der Vorstellung, es gäbe irgendetwas vorkonfektioniertes zu kaufen, aber freut Euch, wenn Ihr doch darüber stolpert (es gibt abseits der Ritterläden und anderer Mythenverkäufer durchaus gute und seriöse Anbieter). Nehmt Kontakt zu Gruppen auf, die den gleichen Zeitraum darstellen und tauscht mit Informationen aus - aber nehmt nicht ungeprüft alles für bare Münze, nur weil die anderen länger "im Geschäft" sind. Versucht Tauschhandel zu treiben, d.h. bietet nadelgebundene Socken im Tausch gegen Knochenschnitzereien an, Stickarbeiten gegen brettchengewebte Bänder, handgeschäftete Pfeile gegen ein gesprangtes oder handgeknüpftes Haarnetz o.ä. So müsst Ihr nicht alles selber machen, spart Geld und bekommt Anerkennung Gleichgesinnter.
Das jedenfalls wäre mein Angang. Ist aber nur ein Vorschlag.
[/ot]
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Beitragvon Mel » 25.05.2008, 21:29

Hm aus Erfahrung kann ich für Bückeburg empfehlen auf jeden Fall ein gutes Mittel gegen Insekten (auch Zecken) und falls einer von euch etwas empfindllich gegen Insektenstiche ist Fenistil cortison oder dergleichen mitzunehmen. Der riesige Stehende Burggraben und die Fischteiche sind nämlich prima Brutstätten für Insekten.

Falls ihr auch direkt länger dableibt (zwischen beiden veranstaltungen) solltet ihr euch auf keinen Fall das Hubschraubermuseum entgehen lassen. Auch das Mausoleum ist sehenswert.

Im übrigen gebe ich auch zu Bedenken dass es wenig sinn macht erst was Provisorisches und dann noch mal eine Dauerlösung zu kaufen denn so zahlt man am ende Doppelt.
Gruß

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Beitragvon Lawzina » 25.05.2008, 21:34

da der Kessel in der einfachen Form ja schon vorhanden ist, und die Veranstaltung als eher Fäntelalter statt geschichtlich orientiert gilt, dürftest du damit schonmal keine Probleme haben.
Schau rein, lerne das Umfeld kennen und dann kannst du tun was Carola empohl, sich auf eine Epoche festlegen und sich mit dieser dann näher beschäftigen.
Oder GroMi (ich nenns Fäntelalter) bleiben und aus verschiedenen Epochen dinge tun die einem gefallen.
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Beitragvon Jule » 26.05.2008, 08:56

wir sind schon seit längerem auf der suche nach einem einigermaßen authentischen lagertopf der ins frühe mittelalter passt. was die region angeht sind wir als händler relativ frei beweglich.
er sollte allerdings eine füllmenge von 10 bis 15 liter haben und auch preislich nicht zu teuer sein. die töpfe auf den schon genannten seiten sind alle zu klein.
also falls jemand was passendes weiß nur raus damit
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