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Teil 2: Einfarbig weben in Doubleface

Nun wollen wir natürlich nicht einfach nur ein Band aus Querstreifen weben sondern eine einheitliche Hintergrundfarbe haben, auf der später Muster entstehen sollen. Es soll also zunächst nur die Hintergrundfarbe auf der Oberseite des Bandes in Erscheinung treten, von der anderen Farbe wollen wir erstmal gar nichts sehen. Wer gut aufgepaßt hat und sich die Beobachtungen nochmal anschaut, die wir festgehalten haben, kann sich vielleicht jetzt auch schon vorstellen, wie wir das machen. Unsere Brettchen sind derzeit wieder in der Ausgangsposition: Zum Weber zeigen die dunklen Fäden, die hellen zeigen vom Weber weg. Wenn wir nun die dunkle Farbe als Hintergrundfarbe haben wollen, müssen wir folgendes tun: Wir weben zuerst zwei Vierteldrehungen vorwärts und dann zwei Vierteldrehungen rückwärts. Das machen wir immer abwechselnd: Zwei vor, zwei zurück, zwei vor, zwei zurück. Denn wir hatten ja am Anfang der Übung festgehalten, daß:

eine Reihe in der dunklen Farbe gewebt wird, wenn die dunklen Fäden vor der Vierteldrehung vorwärts zum Weber hin zeigen oder oben liegen;
eine Reihe in der dunklen Farbe gewebt wird, wenn die dunklen Fäden vor der Vierteldrehung rückwärts vom Weber weg zeigen oder oben liegen.

Genau das hatten wir ja bereits an der "Wendestelle" bei unseren Querstreifen gesehen - an dieser Stelle hatten wir nach zwei Vorwärts- und zwei Rückwärtsdrehungen bereits eine einfarbige Fläche.

Manipulation der Randbrettchen

Wenn wir immer zwei Vierteldrehungen vorwärts und zwei Vierteldrehungen rückwärts weben, müssen wir aber auf den Rand aufpassen. An der ersten "Wendestelle" hatten wir schon gesehen, daß ein Richtungswechsel bei den Randbrettchen nicht so richtig schön aussieht. Der wird dann "wabbelig" und sieht unsauber aus. Um dem entgegenzuwirken müssen wir die Randbrettchen von den Musterbrettchen trennen und mit ihnen etwas anderes machen. Dazu werden die vier Randbrettchen ein Stück weiter nach hinten geschoben als die Musterbrettchen. So haben wir ein Päckchen mit allen Musterbrettchen genau vor uns und ein Stück weiter hinten auf der Kette die vier Randbrettchen. Diese beiden "Päckchen" werden nun separat gedreht:

Alle Musterbrettchen werden immer abwechselnd zwei Vierteldrehungen vorwärts und zwei Vierteldrehungen rückwärts gedreht.
Alle Randbrettchen werden immer nur in eine Richtung gedreht. Erst wenn sich die Kettfäden hinter den Randbrettchen zu stark verdrillt haben, wird die Richtung gewechselt.

Der Webablauf ändert sich also, weil ein weiterer Schritt dazukommt!

Zweimal weben wir wie folgt:

  • Musterbrettchen um eine Vierteldrehung vorwärts drehen
  • Randbrettchen um eine Vierteldrehung vorwärts drehen
  • Fach öffnen
  • Schußfaden einlegen
  • Schußfaden anschlagen

Dann weben wir zweimal wie folgt:

  • Musterbrettchen um eine Vierteldrehung rückwärts drehen
  • Randbrettchen um eine Vierteldrehung vorwärts drehen
  • Fach öffnen
  • Schußfaden einlegen
  • Schußfaden anschlagen
  • Wenn die dunklen Fäden vor der Vierteldrehung vorwärts zum Weber hin zeigen oder oben liegen, wird eine Reihe in der dunklen Farbe gewebt.
  • Wenn die dunklen Fäden vor der Vierteldrehung vorwärts vom Weber weg zeigen oder unten liegen, wird eine Reihe in der hellen Farbe gewebt.

So erhalten wir beim Weben ein einfarbiges Band mit einem sauberen Rand. Die Rückseite ist übrigens auch einfarbig, allerdings in der hellen Farbe!

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Artikel erstellt: 19.03.2007 Author: Flinkhand
Artikel geändert: 18.03.2017 Author: Flinkhand
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